Ein Hobby weniger – bye bye THW

Nach langer und reiflicher Überlegung habe ich eine für mich sehr wichtige Entscheidung getroffen.

Zu meinem sechszehnjährigen Dienstjubiläum im Technischen Hilfswerk (THW) werde ich mich im Juni 2004 zur „Ruhe setzen“.

Die Kündigung habe ich am Wochenende geschrieben und am Montag geht sie in die Post. Gründe gibt es viele. Der einfachste, ich habe keine Lust mehr.

In 16 Jahren THW habe ich viel gemacht, erlebt und manchmal auch bewegt. Ich habe viele nette Menschen kennen gelernt, ich habe viel gelernt und ich hatte viel Spaß.

In den letzten Jahren ist gerade das, was man Spaß nennt, mehr als abgestorben. Ich fasse es heute so zusammen. Seit meinem Umzug nach Köln im Jahre 1999 habe ich viel geschafft. Nur eins hat nie so funktioniert, wie ich es mir gewünscht hätte. Meine Dienstzeit im THW.

Mittlerweile bearbeitet die Bundesanstalt zum wiederholtem Male an einem Neukonzept. Aber ich glaube nicht daran, das sich für mich dadurch etwas ändern kann. Noch weniger glaube ich daran, das sich dadurch einige Ortsverbände ändern werden.

Schlicht und ergreifend geht mir mittlerweile soviel auf den Keks, das es besser ist den Rückzug anzutreten.

Ich kann mich mit meinem Hobby einfach nicht mehr identifizieren. Das ist nach 16 Jahren ein schlechtes Urteil, aber so ist es nun mal.

Ich bin es einfach Leid und habe keine Lust mehr irgendetwas zu bewegen, was letztendlich dann wieder für die Katz ist.

Zu oft habe ich in den vergangenen Jahren meine Feizeit und Privatleben für das Hobby „THW“ geopfert. Zu oft hatte ich Probleme mit meinem Arbeitgeber, wenn ich mein Hobby wieder ernster nahm als meinen Job. Und viel zu oft wurde ich vom THW und seinen Helfern enttäuscht.

Wenn ich heute zurückblicke, denke ich an zwei tolle Zeiten. Erstens an die THW-Jugend in Rüsselsheim, von 1990 bis 1993 und zweitens an meine Zeit in Bad Homburg, von 1994 bis 2000. Für diese Zeit Danke ich allen Beteiligten.

In Köln hat das alles nie so richtig geklappt. Zum einen musste ich mich in meinen Job als Niederlassungsleiter reinknien und zum anderen ist mein letzter Ortsverband alles andere als Überzeugend.

Ich will hier nicht die Schuld bei anderen suchen sondern denke ich an meine ganz persönliche Zukunft.

Und in meiner Zukunft sehe ich keinen Platz mehr für das THW.

Bye! Bye!

Lebenslauf im THW

Werdegang

06/1988 Eintritt in den Ortsverband Rüsselsheim

07/1989 Helfer 1.BZ 3.Gr.

05/1990 Mitarbeiter in der Jugendgruppe Rüsselsheim

01/1992 Jugendbetreuer der 2. Jugendgruppe in Rüsselsheim

12/1993 Austritt aus dem Ortsverband Rüsselsheim

01/1994 Eintritt in den Ortsverband Bad Homburg

03/1994 Helfer SEG / Sprechfunker FMZ HG

04/1994 Sprechfunker TEL Hochtaunus Kreis

07/1995 Truppführer FGr FK

01/1998 Führer der Fachgruppe FK HG / GFB FFM

01/2001 S 1-4 in der Fachgruppe FK Köln-Porz / GFB Köln

06/2004 Austritt aus dem THW

Lehrgänge

09/1991 Truppführer Bergung in Johannisberg

09/1991 Jugendbetreuer in Ahrweiler

10/1992 Gruppenführer Bergung in Johannisberg

01/1996 Ausbilder Sprechfunk in Neuhausen a.d.F.

12/1997 Zugführeranwärter in Neuhausen a.d.F.

03/1998 Führen in der THW – Führungsstelle in Neuhausen a.d.F.

Auszeichnungen

12/1993 Helferzeichen in Gold
06/1998 Ehrenurkunde für 10 Jahre im THW
02/2003 Einsatzmedaille Fluthilfe 2002

Einsatzerfahrung

02/1991 S-Bahn Unglück in Rüsselsheim
04/1994 Gasexplosion Einfamilienhaus in Mammolshain
08/2002 Hochwasserkatastrophe Elbe in Deutschland
01/2003 Rheinhochwasser in Köln

Dazu kommen ca. 40 Eigentumssicherungen, diversere Hilfeleistungen, Unterstützung der SEEBA, Unterstützung der Kripo, LKA, Wirtschaftliche Hilfeleistungen, Köln-Marathon, Bonn-Marathon, Karnevalsumzüge usw.

2 Kommentare

  • Nimm es nicht so schwer, ich habe vor kürzem erst meinen Dienst beendet. In der letzten Funktion war ich ZF. Ich muss sagen, je weiter man die Leiter nach oben steigt, um so weniger macht das THW noch spass.

    Viele machen Ihr eigenes Leben kaputt um für eine Sache zu kämpfen, die es vielleicht nicht wert ist.

    MFG

    Peter Geigle aus Ulm