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Mit dem Hund in die Stadt

Menschen sind schon komische Wesen, wenn sie einen kleinen, jungen Hund sehen. Heute waren wir zu dritt in Mönchengladbach. Zum einen um paar Besorgungen zu machen und zum anderen, um unseren Hund auch langsam an den ganzen Trubel einer Stadt zu gewöhnen.

Für unseren Schnitzel war das Stress pur. Wir waren in einem Kaufhaus, auf der Fußgängerzone, kurz bei der Bank und beim Frisör, noch einmal im Kaufhaus. Anschließend war unser Schnitzel wohl froh, als er hinten ins Auto durfte.


Abgesehen vom Regen wäre es ganz nett gewesen, wenn sich die Menschen in so einer Situation nicht ganz und gar bescheuert verhalten würden. Wie manchmal auf kleine Menschenbabys, fahren die voll auf Hundewelpen ab. Dabei ist unser Schnitzel schon zehn Wochen alt.

Das die Leute sich über den kleinen Hund freuen, ist ja okay. Das wir innerhalb von einer Stunde ungefähr hundertmal gehört haben wie süß der Kleine ist, etc. Ist auch noch erträglich.

Kritisch für Hundebegleiter und Welpen wird es, wenn die Leute einfach nach dem armen Tier greifen, weil sie es mal streicheln oder kraulen wollen. Ihre Kinder vorschicken und sagen, streichle den, dass ist ein Hundebaby. Geht’s noch? Das nächste Mal, wenn mir wieder solche Eltern begegnen, werde ich einfach ungefragt das Kind betatschen. Ich bin mal gespannt was die dann dazu sagen.

Ich versuche es ja auch positiv zu sehen. Man kommt ganz schnell mit anderen Menschen, durch so ein Hundebaby, ins Gespräch. Man erkennt dabei sehr schnell, wer eigene Hunde hat oder hatte. Man führt sogar einige richtig freundliche Gespräche, obwohl der kleine Racker jaulend neben einem sitzt.

Ganz schlimm sind dabei Leute, die einfach ungefragt nach den Hund greifen. Ich wette, in einem Jahr machen die das nicht mehr. Der wird dann eher beschimpft, wenn er sich als Hund ungefragt auf die Menschen zu bewegt. Oder noch schlimmer, wenn er dann mal die Leute anspringt. Die Leute, die ihn ja als Baby so süß fanden. Das möchte ich mal erleben.

Die wenigen netteren Leute fragten zumindest, ob sie den Hund mal streicheln dürfen. Meistens sagte ich nein, es sei denn Schnitzel bewegte sich auf ein Kind zu. Einfach damit beide ein bisschen die Scheu verlieren. Manche Leute waren dann schon etwas ungehalten, wenn man nein sagte. Obwohl ich erklärte das der Hund derzeit selbst unter Stress steht.

Völliges Unverständnis, wie ich als böser oder blöder Hundehalter die Leute nicht an das so süße Hundebaby lasse. Das ist ja so putzig und das kann man doch streicheln. Der tut doch nichts und ist so lieb. Hallo, habe ich hier ein Stofftier dabei, oder was? Lasst euch mal von dem kleinen, süßen Hund in die Hand beißen. Der hat schon eine Menge Power.

Kein Wunder das so ein Hund irgendwann mal durchknallt, wenn er permanent betatscht wird. Also liebe Hundebabyfreunde, haltet euch doch einfach ein bisschen zurück. Es handelt sich immer noch um ein Tier und nicht irgendein Kuschelspielzeug. Für ein Tier ist das, genauso wie für sein Herrchen oder Frauchen, purer Stress.

Bild des Tages
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Datum: 05.03.2007

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Das Hintergundbild ist das Artwork "Red Alert 1" von Billy The Artist" aus New York (USA). Dies darf ich mit freundlicher Genehmigung von Billy Miller verwenden.
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