15.02.2001 – Flug LH233 um 11:25 Uhr ab Köln/Bonn nach Calgary (Canada) über Frankfurt am Main. Eine Idee, die in der Sylvesternacht 2000/2001 geboren wurde, wird schon im Februar 2001 umgesetzt.

Endlich Urlaub! Denn seit meinem Umzug nach Köln im Jahre 1999 hatte ich keinen richtigen mehr. Schon gar nicht einen, bei dem man weit wegfliegen konnte. Zu diesem Flug kam es auch, um endlich einer Freundin in Canada das Versprechen einzulösen und sie zu besuchen.

Wir waren gespannt auf alles was wir in Canada erleben werden. Abgesehen davon war die unsere erste Reise die wir komplett über das Internet gebucht haben. Ohne Reisebüro halt, direkt den Flug bei www.lufthansa.de und das Fahrzeug bei www.avis.de.

Meinem Freund, Sascha, und mir war zwar einigermaßen klar, das es kein „Strandurlaub“ in dieser Jahreszeit wird sondern einer mit viel warmen Klamotten.

Aber das was uns dann erwartete war doch recht heftig. Tagsüber hatten wir so ca. -5° bis -12° Grad Celsius und Nachts dann auch mal entspannte -30° C! Aber wir wollen nicht klagen, denn es war echt sehr schön. Und an die Kälte kann man sich gewöhnen, da es nicht so feucht ist wie hier.

Der Flug
war mit der Lufthansa in Deutschland ein wenig stressig, da es an dem Tag in fast ganz Deutschland schneite. Versöhnt wurden wir nach dem Start bei der Air Canada im Airbus und dem superfreundlichen Personal.

Landung in Calgary
Nach unzähligen Stunden landeten wir sicher und pünktlich in Calgary. Gepäck und Einreise waren absolut unproblematisch.

Bei der Autovermietung erkläre man uns erst einmal das der kleine GMC nicht da ist. Man uns aber zum gleichen Preis einen Lincoln Navigator zu Verfügung stellt. Keine Ahnung was das ist, wollten wir erst einmal schauen, was es denn da für eine Alternative gibt.

2000_lincoln_navigator

Lincoln Navigator V8 32-Ventile mit 5,4 Liter Hubraum bei entspannten 300PS. Vollausstattung und allerlei Gimmicks. Unser Spitzenverbrauch lag bei 18Liter Premium. In Deutschland wären wir arm geworden. 🙂 Aber ca. 1.500,00 DM Miete in 15 Tagen, fand ich dann einfach okay.

Fahrt nach Cochrane
Am Anfang gab es noch ein paar Probleme mit dem Schlachtschiff und dem Weg. Irgendwann nach fast anderthalb Stunden hatten wir die 30km nach Cochrane geschafft. Später brauchten wir für die Strecke selten länger als 30 Minuten.

Marianne erwartet uns in einem Pub und es gab erst mal ein großes Hallo. Nach dem wir uns begrüßt hatten kam dann die gute Nachricht. Bis zu ihrem Haus sind es noch mal fast 30km. Welch eine Freude!

Trotz Schnee auf der Straße ging die Fahrt dank Marianne recht schnell voran. Dann kamen wir irgendwo in der tiefsten Pampa an ihrem Haus an. Was wir nun brauchten waren eine Dusche und ein Bett. Somit war der erste Urlaubstag fast 30 Stunden lang und wir todmüde.

Ich möchte an dieser Stelle den ausführlichen Bericht abbrechen und einfach nur ein paar Eindrücke schildern. Auf der folgenden Seite habe ich ein paar Bilder und Gedanken dazu zusammengetragen.

Cochrane
Cochrane selbst ist keine sehr interessante Stadt. Allerdings sind die Menschen, die wir kennen gelernt haben, freundlich und umgänglich.
Da Cochrane genau zwischen unseren Urlaubsdomizil und Calgary gelegen ist, waren wir sehr oft dort.

Imposant war des öfteren die Fahrt. Die Rockies im Hintergrund und durch ein fast unverbautes Indianerreservat. Da störte es weniger, das es in Canada ein generelles Tempolimit. Wir genossen jede Fahrt und blieben manchmal einfach neben dem Highway stehen um die Natur und die Landschaft zu genießen.

Fahrt zum Haus
Nach verlassen des Highways ging es noch mal ca. 10km über eine Seitenstraße zu Mariannes Haus. Wie man es nehmen mag, hatten wir Glück oder auch Pech, so richtig zugeschneit war es während unserer Zeit in Canada nicht. Marianne schrieb uns aber zu Ostern, das sie einige Tage nicht aus dem Haus kam, da es wieder stark geschneit hatte.

Das Haus
Mitten im Nowhere stand Mariannes kleines Haus, okay es ist nur gemietet, aber sehr schön. Das Grundstück ist fast 10.000m² groß und hat außer einem zweiten Haus, einem Stall nur noch einen kleinen See zu bieten.
Ideal um gestressten Deutschen die Ruhe wieder zu finden lassen.

Ausflug nach Edmonton
Durch den Tipp meines Mitarbeiters fuhren wir an einem Tag in das 300km entfernte Edmonton, wo es einer der größte Mall in Amerika überhaupt gibt. Die Fahrt war ein wenig anstrengend, da es für einen Deutschen doch recht hart ist permanent 110km/h zu fahren. Aber wir hatten ja Urlaub.

Die Mall ist mehr als heftig. Zu einem Vergnügungspark gab es noch ein großes Wellenbad und natürlich Geschäfte ohne Ende. Ein Tag reichte uns und wir düsten wieder in unseres kleines gemütliches Urlaubsdomizil.

Calgary
War für uns die Stadt die wir immer wieder gerne besuchten. Da gerade Winterschlussverkauf war, konnten wir super Shoppingtouren machen und dabei tolle Schnäppchen machen. Oder einfach mal für eine Stunde in das eine oder andere Kaffee setzen. Calgary ist irgendwie witzig.

In der Innenstadt brummt das Leben und rundherum ist nichts anderes als Prärie. Die erlebten Eindrücke kann ich hier gar nicht wiedergeben.

Lake Luise
Ca. 130km von Mariannes Haus ist Lake Luise. Dies war so ziemlich unser einziger „Touri“-Ausflug. Inklusive Schlittenfahrt und grandiosen Aussichten.
Anschließend waren wir noch in Banff und ließen es uns an dem, wie auch an den anderen Tagen einfach gut gehen.

Urlaubsende
Am 28.02.2001 hieß es dann Abschied nehmen. Wir beide sind der Meinung das dies nicht der erste und letzte Canada Urlaub war, nur mit dem Unterschied, das wir dann wohl im Sommer fliegen werden.

An dieser Stelle lieben Dank an Marianne für Deine Gastfreundschaft. Gruß an Garfield und Tigger!

Hier noch ein paar Bilder.