Am Mittwochmorgen schien erst einmal die Sonne, allerdings änderte sich das bald wieder.
Da wir ein festes Programm für diesen Tag hatten juckte es uns nicht und wir zogen los.

Vorbei am Technischen Museum das ich in der neuen Form noch nicht kenne. Beim nächsten Mal werde ich da aber wieder einen Stopp einlegen. Denn das Alte wahr interessant und sogar lehrreich.

Aber wir wollten ja erst ins jüdische Museum und danach hatten wir auch noch einiges vor.

Jüdisches Museum Berlin
So genau wussten wir nicht was auf uns zukommt. Gereizt hat uns in erster Linie die Architektur, da wir in einem Beitrag über Daniel Libeskind von dem Museum gehört hatten.
Selbstverständlich hat das Museum mehr zu bieten.

Was uns bedrückte und erschreckte, waren die Sicherheitsvorkehrungen, die wohl in der heutigen Zeit immer noch notwendig sind.

Fast eine Abfertigung wie auf dem Flughafen. Mit dem Unterschied, jeder Mitarbeiter war sehr Freundlich und Hilfsbereit.

Lange Gänge mit ein paar Informationen und Geschichten, so beginnt die Reise im Museumsneubau.
Beruhigend sind die Stimmer der Jugendlichen, die mit ihrer Klasse da sind.

Spätestens nach betreten des Holocaust-Turm wird einem Bewusst was der Neubau ausdrücken will.

„Eine schwere Stahltür öffnet den Weg in den Holocaust-Turm. Dieser Turm ist nur unterirdisch betretbar und besteht – wie alle Leerräume – aus Beton. Er ist weder beheizt noch isoliert, so dass es hier selbst im Sommer kühl und feucht ist. Licht fällt nur tagsüber durch einen hohen, schmalen Fensterschlitz herein. Die Straßengeräusche sind im Turm deutlich zu hören, doch die Außenwelt ist unerreichbar.“

Zitat aus www.jmberlin.de

Garten des Exils und der Emigration
Man betritt diesen Garten mit seinen 49 Säulen und man glaubt man ist „draußen“. Dem ist jedoch nicht so und ein Spatziergang durch den Garten ist beschwerlich.
Ich selber kann es schlecht in Worte fassen und bediene mich daher den Zitaten.

„Der Garten besteht aus 49 Stelen, die sechs Meter hoch sind. Sie sind in einem Quadrat angeordnet, in sieben Reihen mit jeweils sieben Stelen. Die Sieben ist in der jüdischen Tradition eine bedeutsame Zahl: Die Welt wurde in sechs Tagen erschaffen und am siebten Tag – dem Schabbat – soll der Mensch ruhen.“

Zitat aus www.jmberlin.de

Auf der Seite gibt es auch noch weitere Erklärungen.

Gänge
Die Gänge sind lang und Leer.

Nur an den Wänden findet man einzelne Vitrinen, die eine Geschichte erzählen.

Das Treppenhaus wirkt endlos und lässt an einigen Stellen Tageslicht einfallen.

Manches was man in dem Gebäude sieht wirkt bedrückend, aber an anderen Stellen muntert es einen auch wieder auf.

Ich glaube alleine ohne den anderen Besuchern hätte ich in diesen Räumen eine gewisse Angst, die ich allerdings nicht näher begründen kann. Vielleicht ist es auch einfach nur ein gewisser Respekt, von dem was es ausstrahlt.

Lichtblicke
Kunstwerke und Räume der Stille begleiten einen fast immer wieder bei einem Rundgang.
Einzelne Fenster zeigen immer wieder ein wenig von dem Tageslicht.

Kaum ein Fenster gleich dem anderen. Es gibt immer wieder Winkel, Scharten und Glasschwerter die Licht in einzelne Räume lassen.

Letztendlich wird man im Neubau wird mit der jüdischen Geschichte aus dem 2.Weltkrieg konfrontiert ohne das da ein Vorwurf oder erhobener Zeigefinger zu sehen ist. Man lässt einfach das Museum, gerade den Neubau, auf sich wirken.

Ein weiterer Gang
Richtig fasziniert hat mich der folgende Gang, zu dem ich leider jegliche Informationen verlegt habe auch auch im Internet nichts gefunden habe. Aber ich denke die Bilder sagen vieles aus.

Von verschiedenen Stellen im Gebäude hat man immer mal wieder einen Blick auf dieses Kunstwerk.

Fazit
Die Architektur wirkt auf mich in vielen Facetten. Ich kann es nicht erklären, weiß aber heute was sie für den Daniel Libeskind bedeutet.

Das Museum erzählt die jüdische Geschichte der letzten 2000 Jahren. Relativ unvoreingenommen und ohne Vorwürfe. Es ist die Geschichte eines Volkes.

Ich persönlich kann es jedem Empfehlen, der in Berlin ist, dort ein paar Stunden zu verbringen. Wir haben nur einen Bruchteil von allem gesehen und mussten uns von dem einen oder anderen Losreißen, da wir leider nicht den ganzen Tag Zeit hatten.