Mittendrin

Erst im September gab es im Raum Frankfurt zwei Unfälle mit Gefahrgut LKW. Das man bei solchen Unfällen nicht vorsichtig genug sein kann, weiß ich auch noch aus meiner Zeit beim THW (Technisches Hilfswerk).

Als ich heute morgen nach Frankfurt fuhr, zu einem vollkommen sinnlosen Termin, sah ich vor mir auf einmal Flammen in den Himmel schlagen. Das war gegen 07:00 Uhr auf der A3 vor der Abfahrt Rösrath. Zu den Flammen war, schon auf über einem Kilometer Entfernung, auch eine Rauchfahne deutlich zu erkennen. Es war noch recht früh am Morgen und es war noch dunkel.

Ich schaltete vorsorglich das Warnblinklicht ein und bremste aus knapp 160 km/h runter. Auf einer Entfernung von fast 500 m war für mich klar zu erkennen, das es sich um einen brennenden LKW handelt. Ich blieb erst einmal stehen und sicherte die Autobahn nach hinten auf der rechten Spur ab.

Obwohl die Flammen, zum Teil durch den Wind, bis in die mittlere Fahrspur, von insgesamt drei, schlugen, fuhren die PKW und LKW – Fahrer ziemlich unbeirrt weiter. Zwar mit reduziertem Tempo, aber sie fuhren an diesem brennenden Fahrzeug einfach vorbei. Auf Grund der Flammen, die bis in eine Höhe von mindestens 10m schlugen, brauchte ich gar nicht daran zu denken meinen Feuerlöscher aus dem Fahrzeug zuholen.

Ich hatte erst mal nur drei Gedanken:
1. Hoffentlich ist der LKW-Fahrer rechtzeitig raus gekommen?
2. Hoffentlich ist es kein Gefahrgut.
3. Hoffentlich donnert nicht noch einer bei mir rein.

Bevor ich die Polizei rufen konnte, kam schon der erste Streifenwagen angefahren. Was ein Glück. Wir blockierte nun die gesamte Autobahn und sofort ging in Richtung Frankfurt nichts mehr. Kurze Zeit später kam dann mit Mühe die Feuerwehr durch den Stau und konnte den LKW löschen. Insgesamt waren mit Polizei und Feuerwehr, an die 20 Fahrzeuge im Einsatz. Dabei stellte sich dann auch sehr schnell heraus, das der LKW nur Vitaminpulver geladen hatte und der Fahrer rechtzeitig aus dem LKW kommen konnte. Schwein gehabt.

Nach dem ich dann 45 Minuten vor der Sperrung gestanden hatte, ging es endlich weiter in Richtung Frankfurt.

Es ist schon lange her, das ich fast drei Stunden für die Strecke (Köln Frankfurt) gebraucht habe. Aber es war auch ein Horrortag auf den Autobahnen von NRW bis Hessen. Schön das ich Abends wieder gesund zu Hause ankam. Ich konnte auf der Heimfahrt sogar noch die Bergung des ausgebrannten LKW-Wracks sehen.

Ironie des Tages.

Ich war heute als Zeuge vor Gericht in Frankfurt geladen. Nach dem ich ca. 10 Minuten vor dem Gerichtssaal gewartet hatte, rief der Richter alle Zeugen rein. Er entschuldigte sich und erklärte uns, das wir nicht Befragt werden müssen, da sich der Angeklagte mit dem Gericht geeinigt habe. Und dafür verbrachte ich heute fünf gefahrenvolle Stunden auf der Autobahn.

Artikel im Kölner Stadtanzeiger:

A3: Lkw brannte aus

Köln – Ein Sattelzug mit 20 Tonnen Vitaminpulver hat am Donnerstag auf der A 3 bei Köln Feuer gefangen und für kilometerlange Staus gesorgt. Dem Sattelzug war auf der Höhe Rösrath ein Reifen geplatzt, wie die Bezirkregierung in Köln mitteilte. Der Fahrer verlor die Kontrolle über das Fahrzeug und raste in eine Böschung.

„Der Fahrer hatte sehr viel Glück und konnte sich noch rechtzeitig aus dem brennenden Fahrzeug retten.“ In Richtung Frankfurt staute sich der Verkehr am Morgen auf bis zu acht Kilometer. (dpa)

Quelle www.ksta.de

Weitere Links:

Tanklastzug explodiert www.rhein-main.net

Nach Unfall auf der A5 Fischsterben in der Nidda www.rhein-main.net

A 3: Mit 20 Tonnen Vitamin C in den Graben www.rundschau-online.de