27 Jahre Schatzitag, 22 Jahre Hochzeitstag
Manche Daten wiederholen sich einfach nicht.
Bei uns schon.
Der 2. August hat sich gleich zweimal in unser Leben eingeschrieben. Fünf Jahre liegen zwischen diesen beiden Momenten. Seitdem ist er für uns nicht einfach nur ein Datum im Kalender, sondern Schatzitag und Hochzeitstag zugleich.
Der Anfang in Köln
Am 2. August 1999 hatte ich mein erstes Date mit Sascha.
Köln. Sommer. Und ich weiß noch ziemlich genau, wie aufgeregt ich war. Natürlich wollte ich mir das nicht anmerken lassen. Man sitzt da, versucht möglichst normal zu wirken und weiß doch: Dieser Abend kann in jede Richtung gehen.
Bei uns ging er in die richtige.
Seitdem zählen wir diesen Tag als Schatzitag. Am 2. August 2026 sind es 27 Jahre.
Das klingt selbst für mich gerade ein wenig absurd. 27 Jahre. Es gibt Dinge, die fühlen sich nicht so lange an, weil sie irgendwann einfach zum eigenen Leben gehören. Sascha gehört zu meinem Leben. Fertig.
Fünf Jahre später
Am 2. August 2004 kam derselbe Tag noch einmal auf die Bühne.
Wir haben uns beim Standesamt Köln verpartnert. Dass wir genau dieses Datum ausgesucht haben, war natürlich kein Zufall. Wo sonst hätten wir anfangen sollen zu zählen?
In diesem Jahr feiern wir damit unseren 22. Hochzeitstag.
Wir sagen Hochzeitstag, auch wenn es damals rechtlich eine eingetragene Lebenspartnerschaft war. Das Wort Verpartnerungstag klingt bis heute ein wenig, als würde man einen Vertrag für einen neuen Drucker abschließen. Nein danke.
Gefeiert haben wir eine Woche später, am 8. August 2004, im TechnologiePark Köln. Mehr als 150 Menschen waren da. Das Team vom Erftal-Bäcker hatte einen Brunch aufgefahren, an den ich mich heute noch mit einem Grinsen erinnere.
Unsere alte Hochzeitsseite gibt es tatsächlich noch: hochzeit.stawinski.de. Fotos, unsere Ringe, die Geschichte dahinter. Eine Website aus 2004. Nicht glattgebügelt, nicht modernisiert und gerade deshalb schön. Ein kleines digitales Denkmal aus einer Zeit, in der man Webseiten noch mit sehr viel Geduld selbst gebaut hat.
Wer hier länger liest, kennt den 2. August vielleicht schon. Zum sechsten Hochzeitstag schrieb ich, dass wir uns nicht so viele Daten merken müssten. Damals waren es elf Jahre Schatzitag und sechs Jahre Hochzeitstag. Das Gefühl dahinter hat sich nicht verändert. Nur die Zahlen wurden größer.
Zwei Jahre später: unser Haus
2006 kam der nächste große Punkt auf unserer gemeinsamen Liste.
Der Notartermin für unser Haus war nichts für schwache Nerven. In der Nacht davor habe ich kaum geschlafen. Kurz bevor wir zum Notar nach Krefeld losfahren wollten, stellte die Bank plötzlich die Finanzierungszusage infrage.
Ich erinnere mich an die Fahrt noch gut. Zwei Menschen mit hochrotem Kopf im Auto. Viel zu viele Gedanken. Und diese eine Frage: Was machen wir jetzt eigentlich?
In letzter Minute kam dann doch das grüne Licht.
Um 12 Uhr haben wir unterschrieben.
Ich habe diesen Tag damals minutiös in „Wer braucht da noch Action?“ festgehalten. Der Titel passt immer noch.
Ein Haus verändert das Zusammenleben noch einmal auf seine ganz eigene Weise. Es gibt einen Garten. Es gibt Dinge, die irgendwann kaputtgehen. Es gibt neue Dinge, die alt sind und saniert werden wollen. Und es gibt diese Listen, die nie wirklich leer werden.
Man gewöhnt sich daran.
Oder man versucht es zumindest.
Schnitzel
2008 kam Schnitzel zu uns. Ein Labrador-Mix als Welpe. Und ja, der Name stand schon fest, bevor der kleine Kerl überhaupt bei uns eingezogen war.
„Darf man einen Hund wirklich Schnitzel nennen?“
Man darf.
Die Diskussion darüber habe ich damals sogar aufgeschrieben. Rückblickend war das wohl eine der leichteren Entscheidungen unseres Lebens.
Schnitzel stellte unser Zuhause auf den Kopf. Im besten Sinn. Er war dabei, wenn wir im Büro zu tun hatten, zu Freunden gefahren sind oder einfach nur zu Hause waren. Zwei Menschen und ein Hund. Das war ab da unsere Grundformation.
Elfeinhalb Jahre hat er uns begleitet.
Seine ganze Geschichte lebt auf partyschnitzel.de weiter. Dort nachzulesen, tut manchmal weh. Und es tut gut. Beides darf gleichzeitig sein.
Unterwegs
Dazwischen und danach liegen viele Reisen. Einige fallen mir sofort ein, wenn ich an unsere gemeinsamen Jahre denke.
2011 waren wir eine Woche in der Schweiz. Verbunden mit einem Termin des Swatch Clubs und dem Besuch bei unseren Freunden Dani und Margarita in Sarmenstorf.
2014 ging es mit dem Schiff nach Norwegen. Bergen ist mir besonders geblieben. Sascha entdeckte dort in einem kleinen Laden ein handgemachtes Set mit einer Flasche und zwei Sturzgläsern nach Birkafundlage. Genau unser Ding. Die Geschichte dazu gibt es noch im Beitrag „Landgang in Bergen“.
2016 wurde es noch nördlicher: Akureyri und Grímsey auf Island, später Svalbard beziehungsweise Spitzbergen. Bis heute unser nördlichstes Ziel.
Und dann Neufundland 2024. Mit dem Wohnmobil durch den Osten Kanadas. Rauhe Küsten, endlose Straßen, Natur und dieses Gefühl, sehr weit weg zu sein. Ein großes Abenteuer. Die Erinnerungen daran sind auf stawi.net noch in vielen Teilen festgehalten.
Auch die Swatch-Abenteuer gehören natürlich dazu. Sammlertreffen, Reisen, Menschen, Uhren und Geschichten. Mittlerweile sind das mehr als 20 Jahre. Auf swatch.stawi.de liegt vieles davon wie in einem eigenen kleinen Archiv.
Dazwischen immer wieder die Schweiz, fast schon so etwas wie eine zweite Heimat. Mit unseren Freunden Ivo, Brigitte, Lydia, Marcus, Patrik, Kirstin, Roland, Peter, Elisabeth, Alessio und noch vielen mehr.
Die normalen Tage
Was bei all dem gleich geblieben ist: Wir teilen uns die Aufgaben, ohne darüber große Pläne zu machen.
Ich kümmere mich um die Dinge, die organisiert und geplant werden müssen. Sascha hat das Auge für die Details. Beim Weihnachtsbaum läuft das seit Jahren nach demselben Muster: Ich besorge ihn, schleppe ihn rein und stelle ihn auf. Sascha übernimmt den Schmuck.
Das ist keine große Liebesgeschichte für einen Kinofilm.
Es ist unser Alltag.
Und genau diese Kleinigkeiten sagen mir mehr über eine Beziehung als jedes große Datum. Man weiß irgendwann, wer was macht. Man verlässt sich aufeinander. Man diskutiert vielleicht auch mal über den besten Platz für eine Kiste, die seit drei Wochen im Flur steht. Gehört alles dazu.
27 und 22
Zwei Zahlen. Ein Datum.
27 Jahre seit unserem ersten Date. 22 Jahre seit unserer Verpartnerung.
Ich finde es bis heute schön, dass wir nie zwei Termine im Kopf behalten mussten. Der 2. August war erst Schatzitag und wurde dann auch Hochzeitstag. Das macht ihn nicht komplizierter.
Es macht ihn größer.
Dazwischen liegen ein Haus, ein Hund, viele Reisen, Uhren, Fotos und ziemlich viele normale Tage. Genau diese normalen Tage zählen am Ende am meisten.
Wenn du selbst so ein Datum hast, weißt du wahrscheinlich, was ich meine.
Und heute? Ja, heute gehen wir Golfspielen in unserem Golfclub, in dem wir auch in der Zwischenzeit angekommen sind.
Links zum Weiterlesen
- Unsere Hochzeitsseite von 2004
- Hochzeitstag Nummer 6
- Großer Schatzi-Tag
- Wer braucht da noch Action?
- Darf man einen Hund Schnitzel nennen?
- Landgang in Bergen
- Neufundland 2024
- swatch.stawi.de
- partyschnitzel.de
- Vor 25 Jahren: Das brachte die „Ehe light“ Bremer Schwulen und Lesben
Linkprüfung: 01.08.2026



















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