Die nächsten 7 Jahre: Arbeiten, Reisen, Träume
Die Nacht zu meinem Geburtstag sitze ich in Riga und denke nach. Nicht dramatisch. Nicht tiefgründig. Einfach nur: Was will ich noch? Wo geht die Reise hin? Mit klarer Richtung im Geiste, aber ohne festgelegte Pläne.
Erste Eindrücke aus Riga
Riga ist ruhig und sauber. Das hätte ich nicht erwartet. Die Altstadt wirkt wie eine behutsame Mischung aus Geschichte und Gegenwart. Die Jugendstil-Architektur ist beeindruckend – diese Details, diese Verzierungen. Ich fotografiere, was ich sehe. Sascha und ich schlendern durch die Straßen, ohne großes Ziel. Das ist genau das, was ich brauche.
An den ersten Tagen bin ich überrascht, wie ruhig es hier ist. Keine Hektik. Die Menschen gehen ihren Weg. Im Restaurant essen wir Fisch – gut, frisch, unkompliziert. Die Kellnerin spricht Englisch, das hilft. Duolingo hat sich bezahlt gemacht.
Der zweite Tag gibt uns viel Input. Eine Stadtführung von 2 1/2 Stunden. Die Geschichte von Riga ab 1201 bis heute. Zweimal Unabhängigkeit gefeiert und heute das, was es ist. Super spannend und auch etwas traurig, wenn man die Rollte der Deutschen hier sieht. Aber das ist lange her.
Am Abend sitze ich mit dem MacBook im Hotel und schreibe. Die erste Reise als 60-Jähriger fühlt sich gleich an wie alle anderen davor. Das ist beruhigend.
Riga zeigt mir auch, was ich will: Bewegung. Neue Orte. Menschen. Mein Partner an meine Seite. Meine Kamera. Und Zeit zum Denken. Genau das plane ich für die nächsten Jahre.
Die nächsten 5–7 Jahre: Arbeiten mit Sinn
Ich möchte gerne mit Sinn arbeiten. Aber nicht so wie früher – einfach anders und ohne die ganze politische Hektik, die sich im operativen Geschäft entwickelt. Eine Stabsstelle mit einem gewissen Maß an Verantwortung und Kompetenz – das würde mir gefallen. Sinnvolle Aufgaben. Raum zum Denken und Handeln. Ohne den täglichen Druck der operativen Hektik.
Ich möchte arbeiten, weil mir die Aufgabe Spaß macht. Weil ich was bewegen kann. Weil es sinnvoll ist.
Bei fairconcept habe ich das erlebt – in einem Jahr mehr echte Zufriedenheit als in vielen Jahren davor. Das möchte ich halten. Das möchte ich sogar ausbauen. Fünf bis sieben Jahre noch im Job, das fühlt sich richtig an. Nicht zu kurz, nicht zu lang.
Der Plan ist vage: Mal schauen, wie lange es Spaß macht. Wenn es nicht mehr passt, suche ich was Neues. Das habe ich jetzt gelernt – nicht an alten Zöpfen festhalten, sondern an Freude festhalten.
2031: Der Ruhestand rückt näher
01. Mai 2031 – das ist mein Ziel. Das ist auch ein schönes Datum. Nach 40+ Jahren im Handwerk, nach Leidenschaft und Frustration, nach Erfolgen und Niederlagen, nach Titeln und Erkenntnissen – dann möchte ich aufhören mit dem operativen Geschäft.
Aber nicht einfach weg vom Fenster. Ich stelle mir vor, danach noch beratend tätig zu sein. In Teilzeit, ohne Druck, einfach wenn man mich braucht. Das beste aus beiden Welten: Zeit für mich und Sascha, aber auch noch die Möglichkeit, mein Wissen zu teilen. Kein hartes Abschalten. Ein sanfter Übergang.
Das private Abenteuer: Das erste eigene Auto seit 40 Jahren
Eines der spannendsten Projekte ist konkret: Ich werde mir ein Auto kaufen müssen. Das erste private Auto seit 40 Jahren. Das ist nicht einfach eine Transportmaschine – das ist ein Symbol. Unabhängigkeit. Freiheit. Abenteuer.
Welches Auto? Keine Ahnung. Das wird sich zeigen. Vielleicht ein Campervan, um noch flexibler zu reisen. Vielleicht ein normales Auto. Ich bin offen. Das passt zu mir – keine Festlegung, sondern ausprobieren.
Das Haus: Ausmisten und Neuanfang
Unser Haus ist wunderbar. Aber es fordert seinen Tribut – Zeit, Energie, Geld. Mit dem Ruhestand kommt der große Plan: Aufräumen. Aussortieren. Alles, was wir nicht brauchen, muss weg. Dann verkaufen wir das Haus. So der Plan, aber es kann auch anders kommen. Ich lasse das einfach mal offen.
Mein Bergbaukumpel wird da auch eine Rolle spielen – beim Aussortieren, beim Neuanfang, vielleicht auch bei Reisen und natürlich beim Golfen. Es braucht gute Menschen um sich herum, wenn man so ein Projekt angeht.
Ein kleineres Haus oder eine schöne Wohnung – das stelle ich mir vor. Weniger Fläche, weniger Instandhaltung, weniger Ballast. Mehr Zeit für das, was wirklich zählt: Reisen mit Sascha. Fotografieren. Schreiben. Leben.
Das wird ein Projekt. Aber es ist ein Projekt mit Sinn.
Was ich hoffe: Gesundheit und Zeit
Ehrlich gesagt? Ich hoffe, dass ich gesund bleibe. Die Sehnerv-Krise 2021 hat mir gezeigt, dass vieles selbstverständlich ist – und plötzlich nicht mehr. Ich hoffe auf gute Gesundheit. Ich hoffe, dass ich noch reisen kann. Dass ich noch fotografieren kann. Dass ich noch Spaß im Job habe.
Die Alters-Wehwehchen werden wohl kommen – das ist normal. Aber ich möchte nicht kapitulieren. Ich möchte Sport machen. Golfen. Fahrrad fahren. Und einfach in Bewegung bleiben.
Kein 10-Jahres-Plan, sondern offenes Denken
Ihr merkt: Das ist alles sehr vage. Es gibt keine genaue Roadmap. Keinen detaillierten 10-Jahres-Plan. Das bin ich nicht. Das war ich noch nie. Ich lebe lieber in Richtlinien als in Festlegungen.
Was ich weiß: Ich möchte arbeiten, solange es Spaß macht. Ich möchte reisen. Ich möchte fotografieren. Ich möchte mit Sascha Zeit verbringen. Und ich möchte mein Haus irgendwann gegen etwas Kleineres tauschen.
Der Rest ergibt sich. Das ist meine Erfahrung. Das ist mein Vertrauen.
Riga und danach
Hier in Riga merke ich, dass das Leben einfach weitergeht. Dass 60 nur eine Zahl ist. Dass es wichtiger ist, wie man lebt als wie alt man ist.
Die nächsten 7 Jahre werden spannend. Nicht perfekt geplant. Aber lebendig. Das ist genug.
Und du?
Falls du auch gerade einen Moment der Orientierung hast – ob 60 oder 40 oder 70 – dann schreib mir. Was hilft dir? Was brauchst du? Wie planst du die Zukunft, ohne dich festzulegen?
Ich freue mich auf deine Antwort.


Lieber René,
das hört sich fantastisch an. Da bist du ja auf einem guten Weg.
Ich hoffe unsere Wege kreuzen sich mal wieder.
Herzliche Grüße Matthias
Lieber Matthias, genau so. Du bist auf dem richtigen Weg. Wünsche dir alles Gute auf deinem Weg in den Unruhestand
Von ganzem Herzen wünsche ich dir alles Gute zu deinem Geburtstag. Übrigens mein Haus ist verkauft. Firma ebenfalls und der Camper ist gekauft. Liebe Grüße René