Ein paar Zahlen zum Weltjugendtag

,

In Köln hielten sich laut www.wjt2005.de am Dienstag 405.000 eingeschriebenen Dauerteilnehmern 9805 Priester, 759 Bischöfe und 60 Kardinäle auf.

Das wird alles noch ein bisschen mehr, wenn der Papst am Donnerstag in Köln einschwebt. Man rechnet ungefähr mit 800.000 bis 1.000.000 Menschen.

Welch eine Logistik dahinter steckt muss ich wohl nicht erwähnen. Ich habe mal auf meiner alten „Hobbyseite“ nachgeschaut. www.thw.de meldet, das während dem Weltjugendtag rund 2.000 THW Helfer im Einsatz sind.

Bei dem großen Abschlussgottesdienst mit Papst Benedikt XVI. auf dem Marienfeld bei Köln sichert das THW mit 1.000 Spezialisten die Infrastruktur. Bereits im Vorfeld der Veranstaltung hat das THW vor Ort über 13 Kilometer Sicherheitszäune errichtet, Großzelte mit einer Fläche von jeweils 200 Quadratmetern aufgebaut und Sicherheitstürme für Beschallung und Beleuchtung am Papsthügel aufgestellt.
Quelle: www.thw.de

Dazu kommen rund 10.000 weiter Kräfte von Polizei, Feuerwehr, Sicherheitsdiensten, Bundeskriminalamt und Hilfsorganisationen aus dem gesamten Bundesgebiet. Davon alleine 4.000 Polizisten nur für die Zeit, wenn der Papst bei uns zu Gast ist.
Quelle: www.ksta.de

Aber es geht noch weiter.

Wenn bis zu 800 000 Pilger in die Stadt strömen, sind Verkehrbehinderungen vorprogrammiert. Die Organisatoren des Weltjugendtags haben ein Konzept erarbeitet, das in groben Zügen vorliegt. Die größte Anforderung wird der Abschlussgottesdienst mit dem Papst auf dem Marienfeld sein. Dazu wird das Marienfeld großräumig abgesperrt, die Autobahn A1 wird zwischen dem Autobahnkreuz Köln-West und dem Dreieck Erfttal vom 20. bis zum 21. August komplett für den Autoverkehr gesperrt und zum Bus-Parkplatz umfunktioniert.
Quelle: Kölner Stadtanzeiger.

Da fragt man sich irgendwann einmal zu Recht, was kostet eigentlich der Weltjugendtag?

Laut www.wdr.de wird der Weltjugendtag rund 90 Millionen Euro verschlingen.

Man versucht zwar die Kosten zu Dritteln, aber das halte ich fast für ein Gerücht.

Laut Kölner Büro des Weltjugendtags rechnet man so:
Ein Drittel soll über Teilnehmerbeiträge finanziert werden.
Das zweite Drittel sollen Sponsoren, Spenden und der Verkauf von Merchandising-Produkten decken.
Und schließlich kommen noch Gelder aus öffentlichen Kassen und von der Kirche.

Das sind 7.500.000 € vom Bund (also Steuerzahler), 3.000.000 € vom Land NRW (noch mal Steurzahler), 2.000.000 € von der Stadt Köln (ähm, wieder Steuerzahler) und 1.200.000 € von der Europäischen Union (uoops, schon wieder Steuerzahler).

Das macht also schon entspannte 13.700.000 €, die durch uns Steuerzahler finanziert werden.

Dazu gibt es ein Darlehn in Höhe 26.000.000 € der Deutschen Bischofskonferenz. Wohlgemerkt ein Darlehn!

Der Vatikan, der zu diesem kleinen bescheidenen Event einlädt, scheint sich wohl nicht so richtig an den Kosten zu beteiligen.

So unter www.wdr.de weiter zu lesen

Großzügig sind dagegen viele Namhafte Unternehmen. Wer alles dabei ist, kann man auf www.wjt2005.de nachlesen.

Alleine der Volkswagenkonzern hat 100 Fahrzeuge für Gäste und Organisatoren zu Verfügung gestellt. Und da Frage ich mich, warum mein VW Passat so teuer ist.

Noch einmal zu der drei Drittel Finanzierung. 13,7 Mio Euro kommen durch Steuerzahler zusammen. Mit dem Darlehn der deutschen Bischofskonferenz macht das 39,7 Mio €. Nebenbei gefragt, wer zahlt das Darlehn zurück?

Diese Summe macht ja erst einmal rund 43% der Gesamtkosten aus.

Bleiben also noch rund 50.000.000 € offen.

Ein Pilgerpaket kostet zwischen 40,00 € und 169,00 €.

Das macht an den ersten Tagen einen Schnitt von 141,00 € pro Nase, sage ich einfach mal so.

Derzeit sind 405.000 zahlende Gäste in der Stadt, so spült das ca. 57.105.000 € in die Kassen. Aha, das Darlehn ist also gedeckt.

Die restlichen Pilger zahlen dann noch mal so rund 55,00 € pro Nase, das macht dann noch mal bei 400.000 weiteren Besucher 22.000.000,00 €.

Nach einem vorläufigen Kassensturz müssen die Organisatoren also nur noch rund 39.405.000 € durch Sponsoren, wenn wir das Darlehn als Zurückbezahlt betrachten, aufbringen.

Nun hoffe ich einfach mal, das dieser Wunsch auch gelingt und in der Gesamtrechnung von 90 Mio Euro auch sämtliche Kosten, wie zum Beispiel Polizeieinsätze, THW, Sanitätsdienste und Feuerwehr schon berücksichtigt wurden.

Ich denke rund 40 Millionen Euro sind eine heftige Summe, um auf Sponsoren zu Hoffen.

Die drei Drittelrechnung geht bei mir auf jedem Fall nicht so ganz auf. 🙂