Yosemite – Death Valley – Las Vegas

Die Nacht in der Yosemite Lodge At The Falls war für uns recht unruhig. Was auch daran lag, dass wir viel zu früh ins Bett gegangen waren. Jedoch wollten wir auch früh wieder raus. Selbst ich, schlief diesmal schlecht. Nebenhöhlen zu und Niesattacken. Werde ich krank? Sascha hatte auch eine Schniefnase und sagte, es liegt nicht am Wetter. Um 5:00 Uhr sprangen wir aus den Betten. Duschen, anziehen, packen, auschecken und weg. Hier haben wir uns nicht wohlgefühlt. Und Bären haben wir weder gesehen, noch gehört. Nur ein paar besoffene Jugendliche hatten das Hotel unsicher gemacht.

Der Tioga Pass war immer noch gesperrt, also heute einen Umweg fahren. Egal wir haben Urlaub. Es gibt für den Tag nur einen Termin. 22:00 Uhr Freunde in Las Vegas treffen. Um noch bisschen was vom Yosemite Park zu sehen, entschieden wir uns für einen kleinen Umweg von rund 50 Meilen. 25 Meilen zum Glacier Point rauf und dann wieder 25 Meilen zur Straße nach Mariposa zurück.

Es dämmerte leicht und wir fuhren die Glacier Point Road zum Ziel. Bisschen Eis und Schnee war auch dabei. Schließlich mussten wir am Morgen die Scheiben von unserem Mietwagen frei kratzen. Die Fahrt war herrlich. So gut wie kein Fahrzeug begegnete uns. Nur ganz wenige Frühaufsteher waren unterwegs. Die Strecke zog sich ein bisschen, dennoch kamen wir Just in Time oben am Glacier Point an. Ein gigantischer Blick über das gesamte Tal und dem Yosemite Park entfaltete sich. Wie auf Knopfdruck ging die Sonne über einen der Gipfel auf und hüllte uns in ein fantastisches Morgenlicht.

Irgendwie gigantisch und das Erlebnis erfüllte uns mit Energie, die wir an diesem Tag noch gebrauchen konnten. Nun bemerkte ich, dass auch mein Nase wieder frei war und ich nicht krank war.

Nun wurde es Zeit wieder die Berge herunterzufahren. Schließlich wollten wir noch in Mariposa einen Zwischenstopp einlegen. Zwischendurch wollten wir noch an ein paar Aussichtspunkten anhalten, schauen und Fotos machen. Ich hielt gerade am zweiten Aussichtspunkt an, da meinte Sascha ganz trocken: „Du steigst jetzt besser nicht aus.“

Ich schaute mich um und sah nichts. Dann zeigte mir Sascha, was ich nicht gesehen hatte. Rund 30 m von uns, tummelte sich ein junger Bär im Gehölz. Suchte nach Futter, schubberte sich am Baum und schaute gelangweilt in der Gegend herum. Sascha sprach sich eindeutig gegen ein Selfie mit dem Bär aus.

Morgendämmerung am Glacier Point.

Morgendämmerung am Glacier Point.

Guten Morgen!

Guten Morgen!

Welch ein Ausblick!

Welch ein Ausblick!

Hier kommt die Sonne.

Hier kommt die Sonne.

Und aussteigen, wollte ich auch nicht wirklich. So versuchte ich den Burschen bei schlechten Lichtverhältnissen mit der Kamera einzufangen. Sascha hielt Ausschau, ob vielleicht noch der Rest von der Bärenfamilie in der Gegend verweilte. Ein tolles Erlebnis. Der Bär interessierte sich für uns nicht und zog von dannen. Wir fuhren dann auch mal weiter. Wer weis, was hier noch so abhängt.

Wo ist der Bär?

Wo ist der Bär?

Da ist der Bär!

Da ist der Bär!

Gegen 9:00 Uhr waren wir dann im Mariposa Grove. Hier gibt es Sequoia-Mammutbäume und Coastal Redwoods. Also große, nein sehr große und sehr alte Bäume. Diese Bäume können über 100 Meter hoch und über 2.000 Jahre alt werden. Ein Wanderweg führe an hunderte von Sequoias vorbei durch den Hain. Die Bäume sind beeindruckend. Jedoch wirkt es hier etwas bedrückend, da auch viele Spuren von Waldbränden zu sehen sind. Nach kurzer Wanderung erreicht man einen umgestürzten Baumriesen, den „Fallen Monarch“, seine Wurzeln ragen sehr hoch. Stellt man einen Menschen daneben, merkt man, wie groß dieser Riese ist. Oder wie klein der Mensch doch ist.

Wir erreichten am Mittelpunkt des Lower Grove, dem „Grizzly Giant“. Dieser Mammutbaum ist mit unglaublichen 2.700 Jahren wohl der älteste lebende Sequoia der Welt. Das steht zumindest so im Internet.

Mammutbaum

Mammutbaum

Fallen Monarch & Sascha (links im Bild)

Fallen Monarch & Sascha (links im Bild)

Einfach nur groß.

Einfach nur groß.

Auch hier könnten wir noch Stunden und Tage verbringen, jedoch haben wir ja keine Zeit. Es lagen noch rund 600 Meilen vor uns. Frühstück gab es dann kurz in der Nähe von Merced und dann wurde es bisschen unspannend. Fresno, Bakersfield – die Strecke ist nicht gerade aufregend.

Auf dem Interstate.

Auf dem Interstate.

Irgendwo in Kalifornien.

Irgendwo in Kalifornien.

Bisschen Abwechslung.

 

Mal wieder etwas flacher.

Mal wieder etwas flacher.

Immer der Straße nach.

Immer der Straße nach.

Damit es nicht zu langweilig wurde, machten wir einen Schlenker zum Isabella Lake.  Die Landschaft war mehr als Abwechslungsreich und das Chice an der Sache, kaum Verkehr. Es ging endlos weiter.

Hallo! Ist da jemand?

Hallo! Ist da jemand?

 

Runter ins Death Valley.

Runter ins Death Valley.

Bald ist die Sonne weg.

Bald ist die Sonne weg.

Bei der Einfahrt ins Death Valley dämmerte es schon. Und mir dämmerte es, dass wir den Sonnenuntergang wieder nicht berücksichtigt hatten. Es könnte bisschen Dunkel werden, im Badwater Basin.

So war es dann auch. Menschen und Autos wurden erschreckend weniger und wir fuhren in die Nacht. Gegen 18:00 Uhr waren wir dann am Zwischenziel Badwater. Alleine auf dem Parkplatz, ein letztes Auto fuhr vorbei und dann war es einfach nur Dunkel. Sehr dunkel. Schwarze Nacht.

Zwischenziel erreicht.

Zwischenziel erreicht.

Selfie mit Taschenlampe und iPhone.

Selfie mit Taschenlampe und iPhone.

Wir liefen einige Minuten auf den Salzsee hinaus, machten dann aber bald kehrt, damit wir nicht die Orientierung verlieren. Schließlich waren wir hier total und absolut, so etwas von alleine.

Man hörte nur das Salz unter unseren Füßen knirschen. Über uns der sternklarer Himmel. Kein Laut war zu hören. Wenn wir stehen blieben, war der einzige Lärm unser Atmen. Still, totenstill und stockfinster. Was ein Glück hatten wir uns noch eine Mag Lite unterwegs gekauft. Das LED Licht wirkte wie ein gleißender Scheinwerfer in die Nacht hinaus. Wir waren tief beeindruckt und still.

Wir waren so tief beeindruckt, dass wir erst einmal etwas falsch abbogen. Das merkten wir so nach zwanzig Minuten. Egal, den Umweg von 20-30 Meilen nehmen wir nun in Kauf. Zurück macht keinen Sinn. So fuhren wir Mitten in der Nacht (19:00 Uhr Ortszeit) durch die Wüste. Kein Auto, kein Tier, keine Menschen. Nichts außer das Scheinwerferlicht unseres GMC Yukon, was wie Funzeln wirkte.

Schonmal was von Pahrump gehört? Wir auch nicht. Nach unserer Fahrt durch die tiefste Dunkelheit, schreckte uns das Licht der Stadt regelrecht auf. Diese Stadt mit rund 25.000 Einwohner, im Westen von Nevada ist laut Wikipedia durch seine legalen Bordelle bekannt. Das wussten wir nicht.

Wir dachten eher, die Stadt lebt vom Feuerwerk. Überall riesige Werbung. Beim Nachschauen stellt sich heraus, dass es in der tat dort Feuerwerk zu kaufen gibt. Und das nicht wenig. Auch so, hat die Stadt wohl einiges zu bieten. Doch wir waren nur auf der Durchreise.

Noch 60 Meilen bis Las Vegas. Wir fuhren aus der hellerleuchteten Stadt Pahrump hinaus. Wieder ins dunkle. Okay, nicht so Dunkel wie vor Pahrump. Hinter den Bergen vom Spring Mountain Ranch State Park bzw. Red Rock Canyon, sah man schon einen riesen Lichtschein am, sowie einen Lichtstrahl, in den Himmel. Noch geschätzte dreißig Meilen bis zum Hotel und nun war es hell. Wir fuhren auf Las Vegas zu.

Nach der ewigen lagen Fahrt. Wir hatten nun über 700 Meilen (1.120 km) an diesem Tag zurückgelegt. Nervte uns die Stadt erst einmal mit dem Lärm, Verkehr und dem vielen Licht. Welcome to Fabulous Las Vegas! Wie verrückt ist das denn hier. Ich erinnerte mich an meinen Besuch vor achtzehn Jahre. Mit Migräne kam ich damals in der Stadt an und war anschließend nur noch fertig. Mit dem Unterschied, damals hatten wir kein Hotelzimmer vor reserviert und mussten uns unseren Schlafplatz suchen. Diesmal waren wir schlauer und hatten online gebucht.

Nun ab ins Hotel. Unser Zimmer hatten wir im Luxor gebucht. Eigentlich in der Pyramide, jedoch bekamen wir ein renoviertes Turmzimmer. Der Luxus, die Sauberkeit und das drum herum, versöhnte uns und wir sprangen in die Dusche. Vom Check inn, mit parken des Fahrzeuges und dann wieder bis ins Zimmer, forderte rund 30 Minuten unserer Zeit. Und es lag nicht am Service, sondern vielmehr an der Größe dieses Hotels.

Amerika ist größer, geiler und spektakulär. Las Vegas ist davon, alles zweimal mehr.

21.55 Uhr, wir müssen los zu unseren Mädels. Mal eben rüber ins New York New York zum Treffpunkt laufen. Etwas über einen Kilometer, jedoch muss man erst einmal den richtigen Weg dorthin finden. Um 22.15 Uhr waren wir dann da und trafen die Mädels. Sie hatten schon zu Abend gegessen, so pfiffen wir uns ein Pizza rein und die Mädels leisteten uns Gesellschaft. Wir alle hatten ja viel zu berichten.

Nur zwei Mädels, das Dritte hatte geschwächelt.

Nur zwei Mädels, das Dritte hatte geschwächelt.

Anschließend trennten sich auch unsere Wege wieder. Wir wollten noch bisschen schauen. Wir fuhren mit der Hochbahn zum Bellagio, schauten uns die letzte Wasserfontänen Show des Tages an und schlenderte noch ein bisschen durch diese laute und helle Stadt. Gegen 1:00 Uhr waren wir dann wieder in unserem Hotel und begaben uns zur Nachtruhe. Am nächsten Morgen sollte es wieder früh raus aus dieser sündigen Stadt gehen.

Immer wieder verrückt.

Immer wieder verrückt.

Es war ein zwanzig Stunden Tag. Richtig. Jedoch fühlten wir uns gut. Klar müde und bisschen überdreht, jedoch gut.

Alle Bilder des Tages gibt es im Fotoalbum oder auf der nächsten Seite.