Svalbard – Spitzbergen

12.07.2016 Seetag – Gammeltag 

Ein weiterer Seetag. Die Fahrt von der Barentsee zum Grönlandsee verlief durch eine Nebelwand oder auch Nebelhöhle. Es war ein ruhiger Tag. Nach dem Frühstück schlurften wir ein bisschen über das Schiff, schauten uns einen Spielfilm auf der Kabine an und machten dann erst einmal eine Ruhepause. Pünktlich zum Kaffeetrinken waren wir wieder ein bisschen fitter um im Anschluss wieder in eine herrliche Lethargie zu verfallen.

Das ist auch gut so, denn schließlich fängt jetzt der Urlaub richtig an. Erste Entspannung ist erfolgt. Bekanntes haben wir neu entdeckt und am nächsten Tag sollen wir gegen 09:30 Uhr in Longyearbyen anlegen. Neue Destination und neue Eindrücke standen uns bevor. Und es sollte ein erlebnisreicher Tag werden.

13.07.2016 – Spitzbergen

Nach den nördlichsten Gebieten Europas, legten wir am Morgen im nördlichsten Gebiet unserer Reise an. Spitzbergen hieß das Ziel, Longyearbyen der Hafen. Für 10:30 Uhr hatten wir schon unseren Ausflug nach Barentsburg gebucht. Mit einem kleinen Ausflugsschiff sollte es von Lonyearbyen nach Barentsburg, einer russischen Kohlesiedlung, gehen.

Den Wetterbericht immer im Auge und vorher mal über die örtlichen Gegebenheiten nachgelesen, veranlasste uns warme Schuhe und Outdoor Klamotten anzuziehen. Am Treffpunkt angekommen schauten uns einige Mitreisenden etwas komisch an. Wir schauten auch komisch, denn Jeans und Turnschuhe sahen wir nicht als die Kleidung an, die man bei einer Bootsfahrt nach Barentsburg sinnvollerweise trägt.

Sprüche wie, die sind hier wohl falsch, die machen wohl ein anderen Ausflug, hätte uns fast verunsichern können. Andere sagten nur: „Ihr macht uns Angst. Hätten wir etwas wissen müssen?“ Wir ließen uns nicht beirren.

Wichtigste Anweisung für Spitzbergen. Sobald man die Ortschaft verlässt benötigt man wegen den Eisbären einen bewaffneten Begleiter. Entsprechende Warnschilder findet man überall auf Spitzbergen.

Schon unterwegs.

Schon unterwegs.

Unser Ausflugsschiff lag am selben Pier. Der Weg dorthin war kurz und wir trafen uns mit unserem weiblichen Guide vor dem Schiff. Ein Blick auf die Klamotten unseres Guides zeigte uns, wir lagen richtig. Nach einer Sicherheitsunterweisung, für den Fall der Fälle, ging es an Bord. Wir fuhren raus in Richtung Barentsburg. Zweieinhalbstunden waren geplant. Eine Walsichtung sorge jedoch für eine schöne Verspätung von 30 Minuten. Bei der ersten Sichtung steuerte der Kapitän in Richtung der Wale, damit wir Touristen etwas zu sehen bekamen. Wir sahen nur ein bisschen von den Rückenflossen und dann endete auch schon das Spektakel.

Wal voraus.

Wal voraus.

Es ging weitere Richtung Barentsburg. Es wurde ein reichliches Mittagessen vorbereitet. Wie ganz einfach? An Deck wurde ein Feuer gemacht und gemütlich gegrillt.

Grillstation an Deck.

Grillstation an Deck.

Eine tolle Fahrt, mit entfernten Gletschern, trotz tiefhängender Wolken. Kurz vor unserem Ziel begann es dann zu regnen. Die letzten Mitreisenden verkrochen sich unter Deck. Wo komischerweise eh die meiste Zeit alle herum saßen. Immer schön den ergatterten Sitzplatz  im trocknen verteidigen. Insgesamt lässt so eine Reise grundsätzlich Sozialstudien zu. Wir lebten die Devise, es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur falsche Kleidung.

Barentsburg voraus

Barentsburg voraus

Nach drei Stunden Bootsfahrt hieß es dann erst einmal 300 Stufen vom Hafen zum Ort nach oben laufen. Es gab auch ein Shuttlebus für jeweils 12 Personen, den wir trotz Regen nicht nutzten. Viel zu spannend, was hier hier zu entdecken gab.

Hauptstraße Barentsburg.

Hauptstraße Barentsburg.

Unserer russischer Guide erzählte über den Ort und dem Leben in Barentsburg auf englisch. Unser Guide vom Schiff, seines Zeichens Ungare, übersetzte ein Großteil ins Deutsche. Es gab auf jedem Fall einige Lacher, wobei auch ich nicht in der Lage gewesen wäre irgendetwas simultan zu übersetzen.

Nach der geführten Tour hörte es auf zu regnen und wir konnten uns noch ein bisschen frei bewegen.

Im Postam.

Im Postam.

Wir besuchten das Postamt in Barentsburg. Besonderheit, wenn man in Barentsburg ein Haus betritt, zieht man sich die Schuhe aus. Einige Mitreisende hatten damit ein echtes kulturelles Problem und zickten herum.

Vorteil, das Postamt und die angeschlossene Bar hatte einen saubern Fußboden, da dort kein Mensch den Matsch und Dreck von der Straße hineintrug.

Straßenarbeiten.

Straßenarbeiten.

Rundgang.

Rundgang.

Viel zu schnell verging die Zeit in Barentsburg. Nach einem kleinen Rundgang ohne Guide ging es zurück auf das Schiff.

Schmelzwasser

Schmelzwasser

Auch die Rückfahrt war kurzweilig und ging unter anderem vorbei an Vogelfelsen.

An Deck.

An Deck.

Zurück in Lonyearbyen nutzen wir die letzten zwei Stunden Liegezeit der „Mein Schiff 4“ aus, um die Stadt zu erkunden. Da fast alle Geschäfte schon um 18:00 Uhr zugemacht hatten, war es ein Spaziergang mit bisschen gucken. Zugegeben, Lonyearbyen ist keine Stadt, wo man einen ganzen Tag verbringen muss. Lonyearbyen ist überschaubar und etwas matschig.

Briefkasten vom Weihnachtsmann.

Briefkasten vom Weihnachtsmann.

Eisbären Warnschild

Eisbären Warnschild

Pünktlich zur Abfahrt saßen wir schon beim Abendessen mit unserer freundlichen Reisebekanntschaft.

Billefjorden.

Billefjorden.

Mit dem Lotsen an Bord machte die „Mein Schiff 4“ einen Abstecher zum Gletscher Nordenskiöldbreen in der Nähe der Geisterstadt Pyramiden, im Billefjorden.

Billefjorden

Billefjorden

Nordenskiöldbreen

Nordenskiöldbreen

Geisterstadt Pyramiden.

Geisterstadt Pyramiden.

Das Wetter trocken und kalt, ließ uns den Anblick der Natur dennoch genießen. Vor dem Gletscher macht der Kapitän wieder eine 360° Grad Drehung, so hatte jeder auf dem Schiff die Gelegenheit den Gletscher zu sehen.

Mich verwunderte dabei die Ignoranz und Gleichgültigkeit einiger Mitreisenden. Da wurde lieber in der Bar weiter getrunken und dumm gebrabbelt, als sich das anzuschauen. Wie gesättigt und arm müssen Menschen sein, die erst eine solche teure Reise buchen und sich dann für nichts interessieren?

Ich fand die Aussicht atemberaubend und das Erlebnis unvergesslich. Man kann die gesamte Monumentale Wucht überhaupt nicht auf einem Foto bannen. Kein Bild kann dem Erlebnis gerecht werden. Dazu das Licht, das wir hatten. WAHNSINN!

Wir lagen von 22:30 bis 0:00 Uhr vor dem Gletscher und wir genossen die Zeit, auch wenn es ein bisschen kühler war.