Circus Schnitzel

Schnitzel lebt derzeit seine Hormonschübe aus. So stark zum Teil, das ich ihn gerade in dieser Woche gerne mal sonst wo hin gejagt hätte. Der kleine Mann die ganze Woche weg und Schnitzel mit dem großen Mann im Team unterwegs. Das kann recht anstrengend sein.

An zwei Tagen in dieser Woche hatte Schnitzel es geschafft, drei Stunden am Stück vor sich hin zu jaulen, zu jammern und zu fiepen. Und das bei mir im Büro auf der Arbeit. Es gab sogar Kunden die fragten, ob mein Hund raus müsste oder krank sei? „Gehen Sie ruhig mit Ihrem Hund raus und rufen mich anschließend noch mal an.“ So nett können Menschen sein. Man kann sich also die Lautstärke in etwa vielleicht vorstellen.

Heute Morgen waren wir erst einmal ohne Schnitzel unterwegs. Im Supermarkt kann man ihn einfach nicht gebrauchen. Ob er im Garten nun Randale gemacht hat oder nicht, weis ich nicht und es war mir auch ziemlich egal. Einfach mal kein „Quitschi“ neben ein ist doch recht schön.


Heute Nachmittag wollten wir dann zu unseren Freunden in den Circus fahren, da sie derzeit in Duisburg gastieren.

Zum einen wollten wir Schnitzel nicht bis zum Abend alleine lassen und zu anderen dachten wir, dann kommen wir auch wieder schneller nach Hause.

In Duisburg angekommen freute sich Schnitzel erst einmal ein Loch in den Bauch, denn es gab soviel tolle, neue und unbekannte Gerüche zu erschnuppern. Er pullerte entspannt vor das MSV Stadion und hörte wie der bravste Hund der Welt. Rudel komplett und Spazieren gehen, da ist die Welt in Ordnung.

Wir begrüßten den Circus Direktor, so dürfen wir ihn aber nie nennen, und quatschten ein bisschen. Die Nachmittagsvorstellung hatte gerade angefangen. Er fragte ob wir rein wollen? Wir wollten natürlich, denn es gab noch mehr Freunde zu begrüßen. Ich wollte gerade Schnitzel ins Auto packen da meinte er, nimmt euren Schnitzel doch mit rein. „Wenn er sich benimmt, ist das doch kein Problem.“ Wir also mit Schnitzel ins Chapiteau. Wir sind zu zweit, Schnitzel und ich, erst einmal die halbe Treppe hoch gefallen und standen dann im Dunkeln.

Wir suchten uns einen Platz und setzen uns. Schnitzel, wie der bravste Hund der Welt, setzen sich vor unsere Füße und schaute sich um. Laute Musik, viele Menschen, bunte Lichter und einfach Trubel. Was macht unser Hund? Er bleibt brav bei uns. Nach und nach begrüßen uns diverse Leute. Schnitzel freut sich über jeden der ihn auch begrüßt und gibt die ganze erste Hälfte der Vorstellung keinen Ton von sich. In der Pause begrüßten wir weitere Freunde und Bekannte und Schnitzel blieb immer brav an unserer Seite. Eine Zug auf die Leine gab es nur, wenn er ein einzelnes Popcorn fand. Denn das fand er richtig Lecker. Überall wo wir dann standen, war anschließend der Boden blitz sauber.

Wir riskierten den zweiten Teil der Vorstellung. Schnitzel, nun schon routiniert, ging wieder mit uns an einen Platz und machte es sich gemütlich. Ob Hunde, Pferde oder Artisten in der Manege waren, es interessierte ihn recht wenig oder er schaute einfach nur gebannt auf das, was da alles so passierte. An den Applaus hatte er sich zu Beginn schon gewöhnt und blieb nun dabei auch entspannt. Zwei Sachen brachten ihn nur aus der Ruhe. Das erste Mal als der eine Clown permanent seine Anweisungen mit Pfeifen unterstrich und das zweite Mal, als Sascha alleine nach draußen ging. Ansonsten gab es nicht von ihm zu hören.

Nach der Vorstellung standen wir noch eine Weile mit einigen Leuten im Vorzelt und Schnitzel suchte wieder nach Popcorn. Als sich das Zelt zu Abendvorstellung dann füllte, entspannte er sich immer mehr und legte sich einfach hin. Er döste vor sich hin, da ihn die ganzen neuen Eindrücke einfach erschöpft hatten.

Ich bin einfach hin und weg von diesem Knallkopp. Auf einer Seite kann er einen so auf den Wecker fallen, hat manchmal was an den Ohren und ist viel zu weit weg, und dann so ein Nachmittag. Letztendlich waren wir so lange im Circus, wie wir immer sind, wenn wir eine Stippvisite zu Nachmittagsvorstellung machen. Und das hatten wir nun seit zwei Jahren nicht mehr gemacht.

Dazu muss man auch sagen, Hunde kommen normalerweise auch nicht einfach so in den Circus rein. Schnitzel hatte durch uns eine Ausnahmegenehmigung. Und selbst unser Freund, der Circus Direktor, war zum Schluss erstaunt, wie brav unser Hund ist.

Es war einfach ein toller Nachmittag mit Schnitzel, Freunden und dem Circus.

Schnitzel saß sogar brav im Vorzelt für dieses Foto. Leider hatte ich die Kamera zu Hause gelassen.