Weißes Gold

Die letzten zwei Wochen waren für uns eine Zitterpartie. Es ist so gut wie kein Streusalz mehr bei unseren Lieferanten zu bekommen. Alle Lager und Depots sind leer. Nachdem ich mir bis Montag die Finger wund gewählt hatte, fragte ich unsere Kollegen der All Service Garten- und Landschaftspflege in Frankfurt, ob sie noch eine konstruktive Idee haben. Bei der vorhergesagten Witterung mit Eisglätte durch Tauwasser und Blitzeis konnte ich keine weiteren Risiken eingehen.

Es gab noch eine Quelle. Nicht in Deutschland, dafür aber in Portugal. Nachteil der ganzen Geschichte war dabei nicht einmal der Preis, sondern die Tatsache dass wir nur einen Anlieferungsort für einen Sattelschlepper anmelden konnten. Unsere eigenen Lieferanten bringen in der Regel unser bestelltes Streugut bis in unsere Depots nach Köln und Bonn.


Nun hieß es improvisieren. Montag bestellt, Freitag sollte es da sein. Wie es so ist, wenn man etwas dringend benötigt, kann es auch schon mal früher geliefert werden. Dieser Tag war heute, am Donnerstag. Wahnsinnsleistung! Montag bestellt, Donnerstagmorgen auf dem Hof.

Zur Improvisation gehörte es einen Radlader mit Palettengabel in Kürze der Zeit anzumieten und geliefert zu bekommen. Das klappte wie am Schnürchen. Mittwochabend bei HKL angerufen, Donnerstagmorgen stand der Radlader mit 1,7 Tonnen Hubkraft auf dem Hof.

Zweiter Schritt zum Improvisieren, Platz in Köln schaffen und Transport nach Bonn sicherstellen. Auch dass schafften wir ohne Probleme.

Fazit des Tages: 24,4 Tonnen Streusalz kann man in 1h 5 min entladen, wenn man das richtige Gerät und die richtigen Leute hat. Um 7:00 Uhr begann der Tag und um 11:00 Uhr waren unsere Depots in Köln und Bonn wieder randvoll.

Witziger Weise hatten wir heute dann bis zu +10° Grad in Köln und fragen uns, ob wir da nicht etwas zu viel gebunkert haben.

Besser ist das. Bei ebay habe ich die Tage Streusalzangebote gesehen, für 1,00 € pro Kilo! Soviel haben wir beim besten Willen für unser Streusalz mit Transport und allen Nebenkosten nicht bezahlt. Alles in allem sind wir bei einem Kilopreis von 0,27 € gelandet.

Der Radlader ist stärker. Wetten?

Ab in das Depot.

Die nächste Palette.

Die letzte Palette.

Das Lager ist wieder voll.

Abfahrt nach Bonn.