Heute um 12:00 Uhr war es soweit. Wir hatten unseren Notartermin um einen Kaufvertrag zu schließen. Das heißt, wir haben unser neues Haus nicht nur gefunden, sondern heute auch den Kaufvertrag unterschrieben. Bis es soweit war, passierten jedoch sonderliche Dinge.

Doch zuvor ein kleiner Rückblick des Tages:

0:05 Uhr Wir gehen schlafen. „Morgen ist es so weit, schlaf gut.“
0:20 Uhr Sascha atmet gleichmäßig und schläft unruhig.
0:30 Uhr An Schlafen brauche ich nicht denken. Ich Überdenke meinen Entscheidungen.
0:35 Uhr Dank des Flughafens Köln/Bonn weiß ich in dieser Nacht das meine Entscheidung richtig ist, hier wegzuziehen.
0:50 Uhr Ich gehe noch bisschen Fernsehen schauen.
1:00 Uhr Fernsehen schauen beim offenen Fenster geht nicht, die Flugzeuge lassen keine Zimmerlautstärke zu.
1:05 Uhr Ich gehe noch bisschen im Internet Surfen.
2:00 Uhr ich versuche es noch einmal mit Schlafen. Anstelle von Schäfchen zähle ich Flugzeuge bis um …
2:30 Uhr mein letzter Blick auf den Wecker.
6:15 Uhr in 5 Minuten klingelt mein Wecker. Ich stehe auf und gehe duschen.
7:30 Uhr im Büro, ein normaler Arbeitstag beginnt mit Kaffee und Brötchen.

Dann passiert erst mal nichts, was mich irgendwie aus der Bahn werfen könnte.

10:30 Uhr Sascha kommt ins Büro. In einer halben Stunde wollen wir nach Krefeld zum Notar.

Langeweile? Jetzt wird es spannender.

11:00 Uhr „Finanzberater I“ ruft an: „Die Unterlagen können nicht rausgehen, da die Bank erst einmal die Finanzierungszusage in Frage stellt. Bevor kein Gutachter im Haus war, gibt es keinen Vertrag. Ob sie den Notartermin machen, Herr Stawinski, überlasse ich ihnen.“

11:02 Uhr Wir haben beide einen hochroten Kopf und stehen kurz vor einem mittelschweren Schreikrampf.

Rückblick: Letzte Woche noch sagte uns besagte Bank zu, alles okay, aber wir müssen innerhalb von 24 Stunden entscheiden ob wir die Konditionen annehmen. Wir taten es, obwohl es ein schlechteres Angebot war, als das von „Finanzberater II“. Dieser hatte bisher immer 2-3 Tage länger benötigt. Aber ihn haben wir auf Grund von Misstrauen und einigen Erfahrungswerten ins Boot gezogen.

Komischerweise war der Gutachter von dem langsamen „Finanzberater II“ bereits nach Terminabsprache diese Woche, Dienstag, im Haus. Ergebnis, laut Telefonat von gestern, das Haus hat den Wert, den wir bezahlen wollen.

11:10 Uhr endlich sitzen wir im Auto und fahren von Köln in Richtung Krefeld. Noch einmal ein Telefonat mit „Finanzberater I“. Unsere Frage: „Können sie uns das unseriöse Verhalten der Bank irgendwie erklären? Ihnen ist seit 14 Tagen der Notartermin bekannt.“ Antwort: “Nein.“ Und wir sollen uns das mit dem Notar überlegen.

11:15 Uhr Wir überlegen und denken uns, besser vor Ort absagen als 45 Minuten vorher telefonisch.

11:20 Uhr „Finanzberater II“ und „Sachbearbeiter I“ sind telefonisch nicht erreichbar. Die Anrufbeantworter werden voll getextet.

11:31 Uhr „Finanzberater II“ meldet sich zurück und verspricht sofort alles notwendige zu unternehmen.

11:45 Uhr So kurz vor Krefeld. „Finanzberater II“ ruft noch mal an und gibt nicht nur grünes Licht. Alles okay! Finanzierungszusage liegt vor und es spricht nichts gegen einen Kaufvertrag. Die Unterlagen sind spätestens am Montag bei uns. *schwitz*

12:00 Uhr Wir kommen Just in Time beim Notar an. Small Talk mit Verkäufer und Makler und ab zum Notar ins Büro. Verlesung und Erklärung des Kaufvertrages und um…

12:45 Uhr ist schon alles erledigt.

Nach einem gemütlichen Mittagessen und eine entspannten Rückfahrt ins Büro nach Köln, kann mich eigentlich nichts mehr schocken. Glaube ich!

16:15 Uhr „Sachbearbeiter II“ aus der Richtung von „Finanzberater II“ klingelt durch und will ganz spontan noch ein paar Dinge besprechen. Die Konditionen sind so und so, und eigentlich könnte man das so machen, etc. etc. Ich dachte schon an das Schlimmste und bekam zum Beginn des Telefonates fast einen Herzkasper. Aber alles war okay und wir erhielten nochmals die Zusage das die Unterlagen nächste Woche bei uns sind.

17:00 Uhr „Sachbearbeiter I“ ruft nun endlich zurück. Entschuldigt sich und möchte sich erklären. Ich frage nur: „Haben sie schlechte Nachrichten für uns?“ Nein, sagt sie und bestätigt alles, was wir schon um 16:15 Uhr erfahren haben. WOW

19:30 Uhr Endlich zu Hause. Ich bin geschafft. Eigentlich wollten wir dieses Ereignis schon ein bisschen feiern. Nur nach dem ganzen Theater und der brutalen Schwüle vom heutigem Tage, waren wir dazu nicht mehr in der Verfassung. Ein Glas Sekt hätte uns wahrscheinlich umgehauen.

Hey, wir haben nen Haus gekauft!

23:00 Uhr Ich beende diese Zeilen und seit 30 Minuten fliegt kein Flugzeug mehr über unser Dach. Hey, das wird wohl eine ruhige Nacht.