Unterschied zwischen Kind und Welpen

Den gibt es laut meiner heutigen Meinung nicht wirklich. Zumindest, wenn ich die Erfahrung von heute mit einbeziehe. Seit heute Mittag hatten wir ganz lieben Besuch von Freunden aus Soest. Mit im Gepäck hatten sie ihre vierjährige Tochter. Nachdem das Navigationsgerät in ihrem Mazda sie in Stich gelassen hatte, habe ich die drei erst einmal 4 km von unserem Haus entfernt eingefangen.

Es gab viel Kaffee und wir klönten. Unsere Freunde hatten permanent ihre Tochter im Auge und wir unseren Hund. Das Kind megaaktiv und ein Sausewind. Unser Hund total durcheinander und nur auf Spielen und Jagen aus. So ging das den ganze Nachmittag bis zum Abend. Kaum gab unser kleiner Schnitzel mal Ruhe, war die Kleine wieder da und unser Welpen verschreckt. Bis zum Abend hatte unser kleiner Wirbelwind definitiv ein Schlafdefizit.


Das kleine Mädchen dagegen drehte richtig auf. Da half kein Spaziergang und kein Beschäftigen. Immer volle Lotte. Unser Schnitzel will da natürlich mithalten und jagt auch durch die Wohnung. Es muss schon ein tolles Bild gewesen sein. Entweder waren wir in der Nähe unseres Hundes oder die Eltern schauten nach ihrer Tochter. Oder wir hielten gemeinsam alle beide im Zaum.

Vom hören, ich will das Wort gehorchen mal nicht in den Mund nehmen, konnte kaum die Rede sein. Wir konnten immer wieder unseren Hund rufen und stießen dabei auf taube Ohren. Und unsere Freunde durften mit ihrer Tochter diskutieren. Das ist halt so, wenn man zwei junge Lebewesen in ungewohnte Ereignisse verstrickt.

In der Zwischenzeit ist nun halb acht Uhr Abend vorbei und es ist langsam wieder Ruhe eingekehrt. Schnitzel liegt komatös auf dem Boden und schläft. Unsere Freunde haben sich ihre Tochter geschnappt und sind auf dem Heimweg. Wir atmen derzeit noch kräftig durch und sind nun gespannt, wie die Nacht mit unserem Hund wird. Schläft er jetzt vor und hält uns auf Trab oder schläft er durch?

Ich behaupte ja von mir, das ich recht Stressresistent bin. Aber auch ich kam heute langsam an meine Grenzen. Die einzige Möglichkeit wäre nur noch gewesen, noch mal mit dem Hund nach draußen zu gehen. Allerdings hätte das mit einem überdrehten und übermüdeten Welpen nicht wirklich viel gebracht.

Jetzt bitte nicht auf mich zu schimpfen, weil ich intolerant erscheine. Ich kenne das halt nicht und habe heute mit Sicherheit auch wieder eine ganze Menge gelernt.

Hundebesitzer und Eltern werden es bestimmt bestätigen, man fährt für sein kleines Energiebündel, egal ob zwei- oder vierbeinig, grundsätzlich alle Beschützerinstinkte hoch, wenn man in einer leicht chaotischen Situation kommt. So haben wir das halt auch den ganzen Nachmittag gemacht.

So, nun setzte ich mich auf Sofa und hole noch mal ganz tief Luft.