Schlafdefizit

Unter einem Schlafdefizit hat diese Woche meine ganze Winterdienstmannschaft und ich zu leiden. Der Winter in diesem Jahr schlägt jetzt schon alle Rekorde. Schneemengen und eisige Temperaturen, wie es sie schon lange nicht mehr in Köln und Bonn gab. Jede Nacht, seit Sonntag, mussten wir raus. Erst ging es darum Schneemassen zu bändigen und in den folgenden Nächten immer wieder Glatteis zu beseitigen.

Ein paar ganz schlaue Mitarbeiter bevorzugen es in der harten Zeit ihre kleinen Wehwehchen zu pflegen und sich wegen jeden Mist krankschreiben zu lassen. Während der harte Kern fast buckelt bis zum Umfallen. Gedankt wird einem dabei nichts, man bekommt höchstens noch Ärger, weil zu viel Schnee auf den Wegen liegt. Schaut man mal mit offnen Augen in die Umgebung, stellt man fest das wir unseren Job richtig gut gemacht haben. In vielen Straßen und Wegen, wo wir nichts mit zu tun haben, türmt sich der Schnee oder es ist so glatt das man weder zu Fuß noch mit dem Auto voran kommt. Das sieht natürlich jeder anders. Wie dem auch sei, meine Leute waren Top und haben das Menschenmögliche gemacht.


Dabei gab es natürlich auch Pannen. Einer meiner Mitarbeiter erwischte mit seinem Räumschild ein geparktes Fahrzeug. Am späten Nachmittag rammte ihn im Gegenzug eine Autofahrerin, die aus einer nicht vorfahrtsberechtigten Straße rutschte. Zum Glück nur Blechschaden und Fahrzeug weiter Einsatzbereit.

Bei einem Schneepflug brach etwas ab. Bei einem anderen verabschiedete sich eine Sicherung, so das die Jungs und ich erst mal eine Stunde auf Fehlersuche gehen mussten. Das Quad hat Aussetzer und geht immer wieder mal aus. Ein andere Mitarbeiter hat beim Rückwärtsfahren seinen Streuaufsatz an einen Blumenkübel gesetzt. Zusätzlich sind diverse Schneeschaufeln, Besenstiele und Kleingerät einfach zerbrochen. Zum Wochenende hieß es dann erst einmal aufräumen.

Wir hatten auf jedem Fall bei allem einen Schutzengel dabei. In unserer chaotischen Woche ist keiner aus meinem Winterteam zu Schaden gekommen oder erkrankt. Alle Fahrzeuge sind weiterhin einsatzbereit.

Den Dank an meine Leute kann man gar nicht in Worte fassen. Sie haben zum Großteil vielmehr gemacht, als das sie durch ihre Verträge überhaupt machen müssten. Da muss ich mir für dieses Jahr schon was ganz besonderes einfallen lassen. Eins steht auf jedem Fall fest, zum Ende der Wintersaison gibt es eine Winterabschlussfete vom allerfeinsten.

Wo und wie, wird noch nicht verraten.