Ein Leben lang kurze Hosen tragen

Montagabend auf WDR.

Meine Meinung:

Ein Sehenswerter aber auch Erschütternder Film über einen Menschen, wie man sich ihn nicht vorstellen kann. Aber er hat gelebt. Jürgen Bartsch, der hier durch Tobias Schenke und Sebastian Urzendowsky ziemlich heftig dargestellt wird.

Zwischendurch dachte ich mir ein paar Mal, warum schaust du dir diesen Film an. Einen Film über einen Menschen, der vier kleine Jungs auf schlimmste ermordete.

Allerdings ist der Film etwas für den Kopf. Man erhält nur wenig Bilder, die einen den kalten Schauer den Rücken hinunter laufen lassen. Letztendlich ist es die persönliche Phantasie, die den Film unter Umständen mehr als brutal macht.

Dieses „Mitnehmen des Zuschauers“ ist etwas, was dem Regisseur Kai S. Pieck mehr als gelungen ist.

Was mich persönlich beängstigte war die Tatsache, dass der Täter Jürgen Bartsch immer wieder zwischen Opfer und Täter wandelte. Die These auf eine Aktion folgt eine Reaktion, passt genau in diese Geschichte. Einerseits gibt es Momente, in denen man Jürgen Bartsch bedauert und im nächsten Moment hasst man ihn einfach.

Schauspielerisch ist dieser Film auf jedem Fall mehr als nur ergreifend.

Inhalt:

In den Jahren 1962 bis 1966 entführte, missbrauchte und tötete der Metzgergehilfe Jürgen Bartsch (Sebastian Urzendowsky, Tobias Schenke) im Ruhrgebiet vier halbwüchsige Jungen. Bei seinem ersten Mord war er 15 Jahre alt und 19, als man ihn fasste. Bartschs Bericht während einer Therapiesitzung 1972 in der Landesheilanstalt Eickelborn bildet den Rahmen für szenische Rückblenden, die die Morde und seinen Lebensweg nachzeichnen – eine Reise in die Abgründe einer kranken und geschundenen Seele. Bartschs kaltherzige und strenge Adoptiveltern, die unmenschlichen Erziehungsmethoden, unter denen er in einem katholischen Internat zu leiden hatte, der Moment, in dem ihm klar wurde, dass er sich von kleinen Jungen sexuell angezogen fühlte, seine Sehnsucht niemals erwachsen zu werden – Schlüsselerlebnisse und Mosaiksteine, die den jungen Jürgen zur „Bestie von Langenberg“ machen sollten, wie die Presse ihn später titulierte. Das bezwingende Psychogramm eines Unscheinbaren als beklemmende Reise ins Dunkel…

Diesen Film gibt es auch auf DVD.