Sonntagabend ging es für uns ins Konzert. „Schiller“ war angesagt und wir erwarteten schon Sehnsüchtig auf dieses Konzert. Das Album hat mich bis heute nicht hundertprozentig überzeugt und ich hoffte das es sich nach dem Konzert ändern wird. Um dabei gewisses Emotion auseinander zu halten, teile ich meine Kritik mal in zwei Teile auf.

Zum einen die Location, das Palladium in Köln. Da gegenüber im E-Werk auch eine große Veranstaltung stattfand, war die Parksituation rund um die Schanzenstraße grottenschlecht. Die Anwohner in der Umgebung können einen nur leid tun.

Das größte Problem im Palladium, die Halle ist lang aber nicht breit. Die Empore ist eine nette Variante, nur wer nicht früh genug da ist, findet keinen Platz, von dem man aus etwas sieht. Genauso sah es im Innenraum aus. Schaffte man es nicht vor dem Mischpult und der Kamera einen Stehplatz zu bekommen, hatte man schon verloren. Man sah insgesamt von der Bühne nicht viel und das Sounderlebnis war auch nicht das Beste.

Als ich zwischendurch rausging, traf man im Raucherbereich auf rund 100 Menschen an, die ihrer Sucht nachgingen und die mit dem Verpassen von Konzertteilen kein Problem hatten. Im Foyer sah man über 200 Menschen stehen, die zum Großteil durch die schlechten Sichtbedingungen, sich die Enge in der Halle nicht antaten.

Aus meiner Sicht hat man einen entspannteren Abend, wenn man sich zu Hause eine Live-DVD einlegt und das Ganze mit dem Beamer anschaut. Ein weiteres Konzert werde ich mir in diesem Veranstaltungsort nicht mehr antun.

Das Konzert selbst, war nicht wirklich spannend. So seicht wie das neue Album „Sehnsucht“, war auch das Konzert. Stimmung kam fast nur bei den älteren Stücken auf. Insgesamt empfanden wir es einfach langweilig, was uns auch veranlasste die Halle bei der ersten Zugabe zu verlassen. Die Bühnenshow inkl. Lichtshow war jetzt nicht so, dass man sagen könnte, „WOW“, was für ein Erlebnis. Es gab einige technische Patzer im Bereich Licht und Sound. Kleinere Verspieler oder fehlende Samples sind bei so einem Konzert generell verzeihlich, denn diese machen auch die Konzertstimmung aus.

Obwohl die Konzert DVD mitaufgezeichnet wurde, fehlte zum Beispiel Xavier Naidoo. Die künstlichen Pausen zwischen den einzelnen Stücken, gingen zum teil in den 60 Sekundenbereich, würgte die Stimmung und Emotionen immer wieder ab.

Das Konzert war aus meiner Sicht, ein einfaches dahin plätschern ohne jeglichen künstlerischen Anspruch. Hätte es eine Bestuhlung gegeben, wäre dieses Konzert mit aller Wahrscheinlichkeit entspannter gewesen. Man hätte die ganze Geschichte ruhiger genießen können.

Es war nicht mein schlechtester Konzertbesuch, allerdings wird dieses Konzert nicht lange in meinem Kopf bleiben und einfach ad acta gelegt.

Sorry, Christopher von Deylen, aber deine letzten Touren waren alle um ein vielfaches besser. Da hilft uns auch kein Zusatzkonzert in Bonn, an der Museumsmeile im September 2008. Mit „Sehnsucht“ hat sich meine Begeisterung, für das Projekt Schiller, erst einmal ganz stark gedämpft.