So fühlte ich mich gestern im DIALOGMUSEUM in Frankfurt am Main. Das Motto „Der Besuch der Sinne macht“ für einen Dialog im Dunkeln. In dieser Ausstellung galt es das Unsichtbare zu Entdecken. Eingeladen von unserem Geschäftsführenden Gesellschafter, Klaus Fromm, betraten wir mit unserem Team aus der Geschäftsleitung der All Service Unternehmensgruppe diese Ausstellung.

Ausgestattet mit der Information, dass es dunkel sein wird, war ich gespannt auf das was wir erleben sollten. Bevor es rein ging, wurden Uhren und Brillen abgelegt, sowie Mobiltelefone abgeschaltet. Jeder Besucher erhielt beim Betreten der Dunkelheit einen Blindenstock, der hilft sich zu orientieren.

Innen war es so Dunkel, das man die Hand vor Augen nicht sah.


Unser Guide Namens Petrus nahm uns im Dunkeln in Empfang und führte uns durch die Ausstellung, wo es nichts zu sehen gab. Dafür aber zu hören, riechen, schmecken und fühlen. Es ist faszinierend, was man alles wahr nimmt, wenn man nichts sieht. Egal ob es ein Wasserfall war oder wir durch einen Wald liefen. Zwischendurch lagen wir einfach im Dunkeln und hörten entspannter Musik zu. Man hört die Musik nicht nur, man erlebt sie. In einer Ausstellung betrachteten wir Kunstwerke mit unseren Händen.

Bei einer Bootsfahrt über den Main, roch man förmlich die Frankfurter Luft. Hörte den Lärm der Stadt und der Schiffe. In der Stadt angekommen, wurden wir mit alltäglichen Geräuschen empfangen, die sich für mich bedrohlich anhörten. Zum Schluss saßen wir in einer Bar und unterhielten uns mit unserem Guide.

Petrus ist 24 Jahre jung und seit dem 16. Lebensjahr völlig erblindet. Dieser Dialog und das Erlebnis zeigten mir, wie schön es ist zu sehen.

Persönlich fand ich mich in der ungewohnten Umgebung recht schnell zu recht. Ich hatte die Sicherheit das nichts passieren kann und war nicht alleine. Als Gruppe ist man stark und mit einem Guide fühlt man sich sicher. Alleine wäre es mir bestimmt anders ergangen. Am unangenehmsten empfand ich die Stadt. Es war laut, unruhig und versetzte mich regelrecht in Stress. Alles hören und nichts sehen, ist für mich entsetzlich.

Als angenehm Empfand ich den Wald. Die Ruhe, das Zwitschern von Vögeln, das Laufen auf dem Waldboden und das Fühlen der Pflanzen, entspannte mich und ich fühlte mich sicher und wohl.

Alles in allem war dies für mich ein Stück persönliche Erkenntnis und eine neue Lebenserfahrung.

Schmerzlich erinnerte ich mich an eine unverschuldete Augenverletzung vor ein paar Jahren. Da sah ich ca. 10 Tage alles nur verschwommen auf meinem eigentlich gesunden Auge. Mein rechtes Auge hat nur einer Sehstärke von ca. 60%. Trotz Kontaktlinse oder Brille erreiche ich keine 100%. Damals empfand ich das als schrecklich. Schütze seitdem meine Augen bei diversen Arbeiten besser als je zuvor. Seit gestern weiß ich, gar nichts sehen ist noch viel Schlimmer.

Wenn man nichts sieht braucht man eine ganze Portion Mut, Stärke und Vertrauen. Seit gestern Abend sehe ich die mir nun bekannte Welt doch mit ganz anderen Augen.

Wer also mal in Frankfurt etwas Zeit hat, sollte mal ins DIALOGMUSEUM gehen. Es ist in der Tat ein Besuch, der Sinne macht.

Im Anschluss ließen wir uns in der Halle der Helden verwöhnen und tauschten unsere Erfahrungen aus. In dieser trendigen Location kann man sich absolut wohlfühlen, bei gutem Service, Essen und Getränke. Ein toller Abschluss für einen ereignisreichen Tag.