Urlaubstagebuch 2013 – Nachlese Tag 9

Sonntag, den 26.05.2013 ließen wir in den Bergen auch erst mal entspannt angehen. Schnitzel und ich machten unsere erste Runde um kurz nach 7.00 Uhr. Nicht nur ich merkte, dass wir auf über 1.500 m Höhe waren. Nach etwas über einen Kilometer, Berg rauf und runter, schnaufte Schnitzel merklich. An die Luft muss man sich erst einmal gewöhnen. Immerhin sind wir in Crans Montana 1.400 m höher als zu Hause.

Gegen mittag machten wir eine Runde durch Crans und tranken einen Kaffee. Wie schon erwähnt, alles ganz entspannt. Im Café gab es freies W-Lan so das wir erst einmal eine Weile schauten, was in der Welt passiert. Wetter in Deutschland für die Jahreszeit zu kühl und anss, lautete eine Nachricht. Okay, dann können wir auch in der Schweiz bleiben.

Am frühen Nachmittag wollte ich Sascha den Stausee Lac de Tseuzier zeigen, den ich auch schon länger kenne. Wir fuhren erst einmal Richtung Anzère, dann über verschlungene Pfade die Route du Rawil nach Les Rousses. Der Amarok wirkte auf diesen Straßen zum Teil wie ein Panzer. Gegenverkehr hatten wir zum Glück nicht, sonst hätte einer Rückwärts fahren müssen. Insgesamt eine spannende Autofahrt durch die Berge.


In Les Rousses angekommen, bewahrheite sich meine Befürchtung. Die Tunnel zum Stausee hatten, genau, Wintersperre. Gleich an der Einfahrt war die Schranken unten und alles voller Verbotsschilder. Durchfahrt und Durchgang wegen Schneebruch und Lawinengefahr verboten. Dabei waren wir gerade mal auf 1.700 m ü.M.

Ein Wanderweg war ausgewiesen. Okay, probieren wir den doch aus. Kannte ich zwar nicht, da ich bis dahin immer mit dem Auto durchgefahren bin, jedoch ist man ja offen für Neues. Wir mussten erst mal den Berg hoch, quasi nach oben auf die Tunneldecke. Coole Idee, da zwischen den Bäumen lag jetzt richtig Schnee. Schnitzel flitzte herum wie ein Chaot, nun hatten wir einiges zu tun. Sascha machte die Vorhut und schaute das er sich nicht hinlegt oder den Berg herunterrutscht. Ich hielt ohne Leine Schnitzel bei mir, natürlich mit Kamera in der Hand, und passte auf das der verrückte Hund nicht den Berg herunterstürzt. Das klappte super. Da Sascha ein Stück vorneweg ging und ich einiges dahinter war, war Schnitzel immer hin und her gerissen, wem er nun folgen soll.

Bei dieser ganzen Aktion entdeckte dabei Schnitzel für sich, dass man auf den Rücken den Schnee herunterrutschen kann. Beim ersten Mal dachten wir noch er hätte sich erschrocken, als er herunter rutschte. Was macht unser ausgelassener Hund? Sprintet den Berg wieder hoch, schmeißt sich auf den Rücken, drückt sich mit den Hinterläufen vom Boden ab und rutscht ein zweites und drittes Mal den Schnee herunter. Der Jung hatte seinen Spaß.

Nach einer halsbrecherischen Wanderaktion kamen wir zwischen den ersten und zweiten Tunnel der gesperrten Durchfahrt an. Andere Wanderer kamen aus dem Tunnel und schauten uns verdattert an, wo wir herunter gekommen waren. Okay, überzeugt! Nun nahmen wir den Weg durch die nächsten zwei Tunnel. Logischer Weise war es darin stockdunkel. Gesperrte Tunnel werden halt nicht ausgeleuchtet. Einen Schalter fanden wir auch nicht. Schnitzel fand das alles recht unheimlich und blieb ganz dicht bei uns. Doof wenn man nichts sieht.

Ab und an hörte man im Tunnel Eiszapfen auf den Boden zerschellen oder Wassertropfen die in die Pfütze tropften. Ein kurzes Ausleuchten mit dem Mobiltelefon zeigte uns was da so an der Decke hing. Teilweise über 50 cm lange Eiszapfen, wir hielten uns fern von ihnen. Ganz am Ende des Tunnels gab es ein Licht, was irgendwie nicht größer werden wollte. Gefühlt liefen wir eine kleine Ewigkeit durch den Tunnel.

Dann kamen wir endlich am Lac de Tseuzier an. Doof das, so leer habe ich den ja noch nie gesehen. Dennoch spannend. Irgendwie war hier so gar nichts los. Das Café am Stausee hat schon länger zu und wir begegneten gerade mal einem Mann mit Hund, der uns genauso erstaunt anschaute, wie wir ihn. Wir verweilten eine Zeit lang am Stausee und überlegten uns, ob wir einmal drum herumlaufen. Die geschätzten 4 km ersparten wir uns jedoch, da von Süd Westen her richtig fiese dunkle Wolken aufzogen. Wir machten uns auf den Rückweg zum Auto. Ohne dabei den einen oder anderen Eisschlag nicht zu verpassen. Wenn die Eisbrocken vom Berg herunterkamen schaute uns Schnitzel immer mit großen Augen an, blieben wir entspannt, war er es auch. Ab uns an musste man ihn mal etwas schärfer ansprechen, wenn er mal wieder zur Salzsäule erstarrte um zu schauen was da den Berg herunter kommt.

Auf den Rückweg philosophierten wir darüber, dass unser Sommerurlaub doch recht kühl ist. Oder war es doch ein warmer Winterurlaub?

Diesmal liefen wir alle drei Tunnel komplett durch. Wir wussten, wo kleinere Gefahren lauerten und es beruhigte uns, wenn weitere Wanderer uns entgegen kamen. Wir waren also nicht total bekloppt da lang zu laufen. Nach nicht mal zwei Stunden hatten wir 5,4 km zwischen 1.700 und 1.800 m Höhe gemacht und kamen an unserem Auto wieder an. Schnitzel war geschafft und sprang ohne Ansage in seine Box.

Den Abend kochten wir wieder im Appartement mit dem Thermomix und ließen es uns einfach gute gehen. Nach einer abendlichen Hunderunde und einer extra Futterportion schnarchte Schnitzel uns irgendwann in den Schlaf.

Sonntagmittag in Crans.

Sonntagmittag in Crans.

Flitztehund.

Flitztehund.

Bergabrutscher.

Bergabrutscher.

Kleiner Mann, darf ich mit?

Kleiner Mann, darf ich mit?

Ja Schnitzel, wir gehen da runter.

Ja Schnitzel, wir gehen da runter.

Blitz sei Dank.

Blitz sei Dank.

Grandios.

Grandios.

Der Weg hat sich gelohnt.

Der Weg hat sich gelohnt.

Stausee Lac de Tseuzier.

Stausee Lac de Tseuzier.

Staumauer.

Staumauer.

Auf dem Rückweg.

Auf dem Rückweg.

Sascha und Schnitzel.

Sascha und Schnitzel.

Gelaufene Route.

Gelaufene Route.

Noch ein paar weitere Bilder, gibt es im Fotoalbum.

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