Honningsvag und Nordkap mit Hindernissen

16.06.2014 – 03:09 Uhr – Oh schon Hell draußen. Ähm, Imme noch.

05:04 Uhr – merke, immer erst auf die Uhr und dann nach draußen schauen.

08:00 Uhr – Zeit zum Duschen und Frühstücken.

Ein kleiner Gruß über Facebook in die Heimat ist nun auch möglich.

Guten Morgen!

Ein kleiner Gruß, 2000 km vor Grönland. Gestern um 13:00 Uhr haben wir den Polarkreis passiert. Nun sind wir über 500 km weiter in Richtung Nordkap unterwegs.

Nach anderthalb Seetagen werden wir Honningsvag erreichen und dann zum Nordkap radeln. So der Plan.

Internet auf hoher See ist teuer, lahm und wenig verfügbar.

Bis bald Ihr Lieben!

Ein Wechselbad der Gefühle. Hochmotiviert und mental Fit, tenderten wir mit der ersten Gruppe. Biken zum Nordkap, 35 km durch ein sehr schroffes Gebiet. Es ging ganz gut los, doch nach den ersten 10 km rutschte Sascha in der Steigung von der Pedale ab, verschaltete sich, verschluckte sich und bekam einen asthmatischen Anfall. Kurze Absprache, ich fahre weiter, er fährt mit einem anderen Team eine kleinere Runde. Mit dem angestauchten Fuß kommt er nicht weit.

Bei Schnee, Graupel, Regen und Wind fuhr ich die heftigste Steigung weiter Richtung Nordkap. Nach rund 3 km, viel nachdenken und dem Bedürfnis nach einer Pause, entschied ich abzubrechen. Sascha stand immer noch an der Kreuzung, wo wir uns getrennt hatten. Das sah ich von dort oben.

Wir wollten zum Nordkap und nicht ich alleine. Das bringen wir gemeinsam zu Ende. Aufgeben ist keine Option.

Ich rollte Bergab, nach 10 Minuten warten auf die andere Gruppe entschieden wir zurück zum Anleger zu fahren. Sascha war am auskühlen. Gerade als wir los wollten, kam uns das kleine Team entgegen. Wir fuhren gemeinsam zum Ende der Welt. Eine Straße, die mit einer Sackgasse am Meer endete.

Das Wetter wurde schlechter. So fuhren wir ein Stück zurück und legten Rast in einem Hotel ein. Die Norweger hielten uns für ein bisschen bekloppt, dafür gab es jedoch Kaffee bis zum Abwinken. Deutschland : Portugal zu dem Zeitpunkt 3:0! Wir schlürften unseren Kaffee und erlebten das 4:0 und den Abpfiff. Zurück auf die Räder und zurück nach Honningsvag.

Dort angekommen, gaben wir die Räder ab und ergatterten zwei Sitzplätze in einem Bus. Nun ging es trocken und warm zum Nordkap. Oben angekommen trafen wir den Guide von unserer ersten Radlergruppe. Er brachte uns zu unseren Ersatzklamotten und wir konnten uns umziehen. Fast zur gleichen Zeit kamen die restlichen von unserem ersten Team an. Große Freude und nun ging es nach oben zur Weltkugel.

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Am Nordkap.

Ein imposanter Ausblick und viele Menschen. Moment erleben, Fotos machen und dann schnell aufwärmen. Der Wind war fies und eisig, auch wenn es für den Moment sogar die Sonne zusehen gab.

Kurzer Gang durch den Souvenir Shop und dann ließen wir zu zweit die Tradition aufleben. Wir stießen mit einem Glas Sekt an.

Ein tolles Gefühl, am Ende der Welt gewesen zu sein.

Es ging zurück zum Schiff, wieder mit dem Bus und den Tenderbooten. Raus aus den Klamotten, frisch machen und ins Restaurant sprinten. Um 1:00 Uhr sollte zu sein und wir hatten schon 0:45 Uhr.

Und die Sonne? Die ging wieder nicht unter, sondern versteckte sich nur zwischendurch hinter den Wolken. 24 Stunden Tageslicht, machen bisschen gaga im Kopf. Es war wohl schon 2:30 Uhr, als wir uns in die Kojen legten.