Noch etwas höher

Tag 4 mit Schnitzel in der Schweiz

Erst einmal ausschlafen. Gegen 8.30 Uhr meldete sich unser Schnitzel das erste Mal, er wollte raus. Ich hatte schon einen Kaffee drin, also raus mit uns. Blauer Himmel, kaum Wolken und eine herrliche Luft. Ein guter Tag zum wandern.

Dazu entschlossen wir uns beim Frühstück. Die fünf Seen Runde in Zermatt war das Ziel. Es sollte ein großes Abenteuer werden, nicht nur für Schnitzel.

Erst ging es mit dem Auto nach Täsch. Den Zug nach Zermatt fand unser Schnitzel schon mal gewöhnungsbedürftig. Er war glücklich, als wir wieder ausstiegen. Wenn der gewusst hätte.

Schnell fanden wir in Zermatt den Weg zur Bergbahn. Die fand Schnitzel nicht so toll. Er schlug sich jedoch wacker.

Bei Sunnegga (2’288 m) angekommen, mussten wir drei erst einmal Luft holen. Weiter ging es mit der Seilbahn. Das fand Schnitzel überhaupt nicht in Ordnung, doch er machte es klaglos mit.

Am Ziel Blauherd (2’571 m) angekommen machten wir uns auf den Weg. Laut Webseite  eine einfache Tour für Kids ab 6 Jahren und in 2,5 Stunden zu schaffen. Wir drei alten Säcke haben 3,5 Stunden bzw. mit Pause insgesamt 4 Stunden benötigt. 

Das Matterhorn war immer etwas zu sehen, wobei immer mehr Wolken das Bergmassiv über den Tag umschlossen.

Ich habe noch einmal nach geschaut, wir sind wohl den richtigen Weg gelaufen, waren halt nur etwas lahm.

Die Wanderung an sich war okay. Wir waren auf Grund der Wettervorhersage jedoch deutlich zu warm angezogen. Schnitzel nutzte fast jeden See und jeden Bach für eine Erfrischung. Die Wettervorhersage war mal wieder eine schlechte Prognose. Anstelle von 13° Grad hatten wir gefühlt über 20° Grad.

Wir genossen dennoch den Tag bis wir am fünften See waren. Von dort ging es noch einmal richtig hoch zur Sunnegga. Kids ab sechs Jahren müssen schon fit für diese Tour sein.

Wir machten uns zwischendurch richtig sorgen um unseren Schnitzel. Mitten im Hang gab es einen Schattenplatz unter einem Strauch. Schnitzel hechelte und sabberte. Dort ließ ich ihn eine Pause machen. Er legte sich auf die Seite und schaute mich mit seinen braunen Augen an. Mir kamen fast die Tränen.

Wir gaben ihm unsere letzten Wasservorräte, die er uns aus der Hand soff. Ich hatte ein total schlechtes Gewissen. Hatte ich oder auch wir unserem Hund zuviel zu gemutet?

Nach einen großen Schluck Wasser stand Schnitzel auf, schüttelte sich und schaute uns fragend an: „Und können wir jetzt weiter?“ Wir sparten den letzten viertel Liter Wasser auf, denn es war kein Bach zusehen. Dann kamen wir in der Nähe der Sunnega Station an.

Die letzten Meter konnten wir mit einem Schrägaufzug fahren. Schnitzel nahm dies mit Fassung hin. Es ging dann mit der Bergbahn wieder hinunter nach Zermatt. Auch diese Bahn überstand er nun schon routiniert. Wir füllten Wasser auf und Schnitzel soff überall, wo er Wasser fand.

Nach einem Zwischenstopp im Swatch Store gingen wir noch einen Kaffeetrinken. Für Schnitzel eine tolle Gelegenheit etwas zu schlafen. Uns nervte etwas der Lärm, Schnitzel störte sich daran nicht und legte seine Schnauze auf meinen Fuß, was er so gut wie nie macht.

Die Bahnfahrt zurück war soweit okay. Nur merkten wir, das Schnitzel langsam die Schnauze voll hatte. Am Auto angekommen, sprang er ohne Diskussion in die Box. Ein klares Zeichen, er wollte seine Ruhe haben.

Sichtlich geschafft kamen wir dann am frühen Abend im Apartment an. Für uns war es schon eine Herausforderung. Doch für Schnitzel war das Anstrengung pur. Wir werden uns wohl die geplante Wanderung zur Hängebrücke ersparen.

Letztendlich bin ich total stolz auf unseren Schnitzel. Durch seine Devise, da wo das Rudel ist, ist alles gut. Ist er wirklich bis an seine Grenzen gegangen. In der Ferienwohnung rollte er sich zusammen, ließ einen lauten Seufzer los und schlief ganz schnell ein.

Insgesamt war das auch kein günstiges Vergnügen. Hunde brauchen überall ein Ticket. Egal ob Zug oder Bergbahn. 

Auch diesen Abend verbrachten wir in der Ferienwohnung und ließen Schnitzel ausruhen. Er fand die kurze Abendrunde wieder spannend und soff aus jeder Wasserrinne.

Wir tranken am Abend einen gepflegten Wein und ließen den Tag ausklingen. Schnitzel schnarchte mal wieder lautstark. Dem Hund ging es gut.

 

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