Mit dem Wohnmobil an die See

Heute eine kleine Nachlese. Es war bereits am 17.10.2013, als wir ein kleines Abenteuer wagten. Unser erster Ausflug mit einem Wohnmobil. Liebe Freunde von uns, hatten es uns regelrecht aufgedrängt. Und das kam so.

Irgendwann in diesem Jahr sprachen wir in unserem Freundeskreis von einer Fahrt an die See. Wir hatten gerade Neeltje Jans / Niederlande geplant. Unsere Freunde erzählten von über eine Woche Urlaub an der See, so mit Ferienhaus, entspannen und große Hunderunden. In meinem jugendlichen Leichtsinn meinte ich: „Hey, da kommen wir euch mal besuchen.“ Denn Urlaub konnten wir dafür keinen nehmen. Unser Freunde sagten sofort: „Macht das!“ Ich tippte also in meinen Kalender Nordsee vom 17. – 20.10.2013 ein. Einfach Strecke sind das ja nur so 250 bis 350 km, je nachdem.

Einige Zeit später kamen wir wieder ins Gespräch. „Ihr kommt doch uns besuchen? Fahrt doch mit dem Wohnmobil, wir haben ein Ferienhaus. Da könnt ihr das dann ruhig nehmen. Dann braucht ihr euch um nichts weiter zu kümmern.“

Wohnmobil? Übernachten? Ich dachte morgens mal kurz an die Nordsee und abends wieder nach Hause. Dann stellte sich heraus. Ich hatte Nordsee im Kopf und unsere Freunde erzählten von der Ostsee. Mein lieber Mann war zwar von vorherein erstaunt, dass ich zum Besuch mal eben an die See fahren wollte, fand es jedoch gut. Mir fehlte da irgendwann mal ein Gespräch, wo der Ortsname Zingst und das Wort Ostsee gefallen waren.

Nun hatten wir also geklärt, es geht an die Ostsee. Einfache Strecke 700 km. Okay, Wohnmobil ist ein guter Plan.

Donnerstagmorgen belud ich das Wohnmobil mit unseren Habseligkeiten. Jetzt weiß ich, was damals mein ehemaliger Chef und Freund mit Logistik und Wohnmobil meinte. Man muss sich ja schon bisschen Gedanken machen, was man so mitnimmt. Irgendwie muss das alles verstaut werden und der Hund soll ja auch noch mit. Bis zum Mittag hatte ich es geschafft. Schnitzel war verwirrt. Der kapiert überhaupt nicht, was sein großer Mann da anstelle. Sascha machte früher Feierabend und los ging es gegen 13:00 Uhr auf die Autobahn in Richtung Nord / Ost.

Das Wohnmobil, unterhalb der 3,5t Klasse war recht flott auf der Autobahn und wir kamen auch recht gut durch. Zwischendurch noch bisschen mit zu Hause telefonieren, da gab es kleine Probleme mit einer Sicherung. Noch bisschen mit Geschäftspartner telefonieren, da gab es Rückfragen wegen einem großen Angebot und Wundversorgung. Bisschen LKW Reifenteile ausweichen, die flogen da auf der Autobahn so herum, nachdem wir Fahrerwechsel gemacht hatten. Und dann noch bisschen im Regen, im Stau stehen, so kurz vor Hamburg. Spätabends dann noch schön zwischen Barher Bodden und Ostsee düsen, mit der Gewissheit das es da eine Menge Tiere gibt, die nicht über den Zebrastreifen laufen.

Gegen 23:00 Uhr waren wir dann letztendlich, nach einer großen Hunde- und Futterpause in Zingst. Besser gesagt vor dem Campingplatz, der um die Zeit schon zu hatte.

Erst einmal mit dem Hund zum Strand. Der brauchte noch ein bisschen Bewegung nach der langen Fahrt. Schnitzel hatte sofort sichtlich seinen Spaß. Die steife Brise konnte ihm nichts anhaben und er flitzte durch den Sand und hatte merklich nur Blödsinn im Kopf. Zurück am Wohnmobil angekommen, schaute er uns dann doch etwas fragend an. Wie? Da wieder rein? Wir richteten unser Nachtlager ein. Schauten noch ein bisschen TV und dann schnarchten wir auch schon einträchtig in dem knuffigen Wohnmobil. Von draußen hörte man ein kräftiges Rauschen. Wind und Wasser. Hat was von Urlaub.

Am nächsten Morgen ging es nach dem Aufstehen erst einmal auf einen richtigen Stellplatz. Strom anschließen und schon war der Campingplatz bezogen. Ein Morgenspaziergang am Strand, wo wir unsere Truppe trafen. Ab zum Ferienhaus und königlich Frühstücken. Bei schönstem Wetter ging es erst einmal durch Zingst und am Strand entlang. Alles total entspannt und ohne Hetzte.

Morgenrunde mit Freunden.

Morgenrunde mit Freunden.

Spaziergang in Zingst

Spaziergang in Zingst

Urlaubsstimmung

Urlaubsstimmung

Am späten Nachmittag ging es dann mit den Autos nach Prerow. Dort machten wir mit der MS „River Star“ eine Kranichfahrt. Wir schipperten durch den Barther Bodden und machten vor Sonnenuntergang bei Bülten fest. Erst düsten ein paar Graugänse an uns vorbei und dann flogen die Kraniche ein. Ein imposantes Schauspiel, jedoch recht weit weg von uns. Erst kurz bevor die Sonne ganz verschwand, flog ein ganzer Schwarm Kraniche fast über unsere Köpfe hinweg. Es ging wieder zurück nach Prerow und dann mit den Autos nach Zingst.

Schnitzel will nicht warten

Schnitzel will nicht warten

River Star

River Star

Warmhalten

Warmhalten

Schauen

Schauen

Schmusen

Schmusen

Verspiegelt

Verspiegelt

Sonnenuntergang

Sonnenuntergang

Kraniche und Mond

Kraniche und Mond

Gemütlich Fisch zum Abendessen, das eine oder andere Schlückchen trinken und dann war auch schon der Tag fast zu Ende. Die zweite Nacht im Wohnmobil war etwas gemütlicher. Schnitzel hatte sich mit der eingeschränkten Bewegungsfreiheit auch arrangiert und schnarchte mit uns um die Wette.

Nun war schon Samstag, als wir die Augen aufschlugen. Das Wetter war diesmal nicht ganz so sonnig, dafür war es nicht mehr so windig. Hunderunde am Strand, Frühstück mit unseren Freunden, so kann jeder Tag beginnen. Unsere Freunde hatten als Tageshighlight „Wald und Strand“ festgelegt. Wir fuhren wieder nach Prerow und spazierten dort in Richtung Leuchturm Darßer Ort. Ein schöner langer Waldspaziergang mit der Ankunft am Strand. Hatte ich so noch nicht.

Morgenrunde

Morgenrunde

Im Wald

Im Wald

Baumbesetzer

Baumbesetzer

Hallo!

Hallo!

Den Leuchturm schauten wir uns nur von außen an, da es mit vier Hunden dann doch bisschen chaotischer und zeitaufwendiger gewesen wäre. Zurück ging es vorbei am Notstrand. Nach knapp 10 km Spaziergang setzten wir uns dann in die Darß-Bahn und fuhren zu unseren Autos zurück. Irgendwie waren Hunde und Menschen ein bisschen platt. Nach dem Kaffeetrinken war dann erst einmal ausruhen angesagt. Abends wurde dann noch einmal lecker Fisch gegessen und ein gemütlicher Abend mit Freunden verbracht.

Leuchtturm

Leuchtturm

Strand

Strand

Rückmarsch

Rückmarsch

Unsere dritte Nacht im Wohnmobil hatten dann schon seine ersten Routinen. Mensch und Hund arrangierten sich, Platz ist schließlich in der kleinsten Hütte. Wir schliefen hervorragend. Am Sonntagmorgen holten wir dann auch mal unsere Kickboards raus. Heute mal keine Strandrunde mit dem Hunde, sondern durch den Wald zum Frühstück. Schnitzel fand auch das witzig, er konnte mal wieder mit uns richtig flitzen.

Nachdem Frühstück hieß es dann auch schon Abschied von unseren Freunden nehmen. Wohnmobil reisefertig machen, Wasser ablassen, Gebühren bezahlen und ab nach Hause.

Okay, nicht direkt. Wir besuchten noch andere Freunde von uns kurz auf einen Kaffee in Soest. Dann ging es aber wirklich nach Hause. Dort kamen wir gegen 20:00 Uhr an und um 21:00 Uhr war dann auch schon das Wohnmobil ausgeräumt.

Montag- und Dienstagabend haben wir es dann nach Feierabend noch sauber gemacht und am Mittwoch war es dann auch schon wieder bei unseren Freunden. Herzlichen Dank an dieser Stelle nochmals.

Mein persönliches Fazit. Wochenende und Wohnmobil sind okay. Jedoch sollte die einfache Strecke nicht über 400 km lang sein. Zingst ist nun nicht groß und unsere Freunde hatten zwei Kombis zur Verfügung. Da vermisste man sein eigenes Auto nicht wirklich. Es ist schon ein Erlebnis, jedoch auch kein billiges Vergnügen. Auf jedem Fall ist es komfortabler, als mit dem Zelt auf einen Mittelalter Markt zu fahren.

Urlaub, mindestens eine Woche, mit Wohnmobil, kann ich mir noch nicht so richtig vorstellen. Ich denke, bei Gelegenheit müssen wir das Ganze mal mit einem Wohnwagen ausprobieren. Irgendwie bin ich da noch hin und her gerissen.

Schön war es und wir haben einfach tolle Freunde!

Noch ein paar Bilder gibt es im Fotoalbum!

Viel Spaß!